Stadtmuseum: Der Traum vom Umzug zum Zehnjährigen

Von: Jörg Abels
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Das ehemalige Bettenhaus Thiemonds bietet auf drei Ebenen eine Ausstellungsfläche von gut 750 Quadratmetern, die über Treppen und einen Aufzug miteinander verbunden sind. Foto: Abels
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Vertreter der „Ampel“ und des Museums machten sich am Montag mit Vertretern der Eigentümerfamilie und Architekt Georg Potschernik (l.) vom Gestaltungsbeirat der Stadt Düren ein Bild von der Immobilie. Foto: von der Immobilie.

Düren. Bernd Hahne lässt seinen Blick durch das ehemalige Bettenhaus Thiemonds schweifen und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Natürlich kann ich mir das Stadtmuseum hier sehr gut vorstellen“, betont der Vorsitzende des Trägervereins bei einer kurzfristig von der „Ampel“-Koalition im Stadtrat organisierten Besichtigung des seit Februar wieder leerstehenden Ladenlokals an der Josef-Schregel-Straße.

Erinnerungen an die Ausstellung „Leben, Wohnen, Arbeiten in den 50ern“ werden wach, die 2008 in den weitläufigen Räumen des ehemaligen Bettenhauses zur Initialzündung für das Stadtmuseum wurde. „Wir haben schon damals die Erfahrung gemacht, dass die Räume bestens für ein Museum geeignet wären“, erinnert sich Hahne. Damals zerschlugen sich die Pläne jedoch und das Stadtmuseum fand seine Heimat im ehemaligen Rechenzentrum der Sparkasse Düren an der Arnoldsweiler Straße.

Jetzt könnten sie doch noch Realität werden. Weil sich die Kosten für Ankauf und Sanierung an der Arnoldsweiler Straße mittlerweile im Bereich von 2,3 bis 2,5 Millionen Euro bewegen, würde die „Ampel“ das Kaufangebot der Bettenhaus-Eigentümerfamilie Schunkert am liebsten so schnell wie möglich annehmen. Vorher jedoch muss das städtische Gebäudemanagement die Immobilie noch unter die Lupe nehmen.

Einen entsprechenden Prüfantrag will die „Ampel“ am Dienstag stellen und im Stadtrat Mitte Oktober verabschieden, kündigt SPD-Fraktionschef Henner Schmidt an. „Wir halten das Objekt für einen sehr gut geeigneten Standort für das Stadtmuseum, der das ganze Umfeld aufwerten würde.“ Er lässt keinen Zweifel daran, dass die „Ampel deshalb auch bereit wäre, einiges an Geld in die Hand zu nehmen.

Dass sich im vorderen Bereich des Gebäudes zur Josef-Schregel-Straße hin auch noch eine Mietwohnung mit Dachterrasse befindet, ist für Schmidt und seine Kollegen besonders reizvoll. „Das passt zur Masterplan-Idee der Revitalisierung der Innenstadt“, betont Schmidt, und es könnte die Refinanzierung des Ankaufs erleichtern, ergänzt Verena Schloemer von der Grünen.

Die verschiedenen Ebenen des gut 750 Quadratmeter großen Ladenlokals, die über eine Treppe und barrierefrei über einen Aufzug miteinander verbunden sind, würden nicht nur ausreichend Platz für eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte bieten, sondern auch für parallele Wechselausstellungen, betont Bernd Hahne, der das Objekt am Montag mit der Museumsleiterin Dr. Anne Krings besichtigte. Die große Lagerkapazität von mehr als 400 Quadratmetern käme dem Stadtmuseum ebenso zu gute wie die zahlreichen Nebenräume und der Möglichkeit, aus drei Richtungen Exponate anzuliefern. „Und die Idee einer Verbindung zum angrenzenden Posthotel ist einfach nur charmant“, sieht sich Bernd Hahne schon virtuell im künftigen Museumscafé einen Kaffee trinken.

Dass der Umbau des Bettenhauses zum neuen Stadtmuseum keine Illusion ist, bestätigt Architekt Georg Potschernik, Mitglied im Gestaltungsbeirat der Stadt Düren. „Das Gebäude ist in einem gepflegten Zustand und augenscheinlich von der Substanz und der Struktur her geeignet.“

Von Catrin Schunkert hat die „Ampel“ die Zusage, eine neuerliche Vermietung des Objektes erst einmal nicht mehr weiterzuverfolgen und der Stadt die Zeit zur Prüfung eines Ankaufs zu geben. Henner Schmidt kündigt an, dass eine Entscheidung bis Frühjahr 2018 realistisch sei. Fällt sie positiv aus, könnte das Stadtmuseum vielleicht schon zum zehnjährigen Bestehen im März 2019 die neuen Räume übernehmen. „Das wäre ein Traum“, betont Bernd Hahne, wohl wissend, dass die bislang nicht immer harmonisch verlaufene politische Diskussion um die Zukunft des Stadtmuseums noch aussteht und das städtische Gebäudemanagement die Immobilie erst noch prüfen muss.

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