Stadtmeisterschaft: Die Rede ist von „Schande” und „Skandal”

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
Glückliche Sieger: Sportfreun
Glückliche Sieger: Sportfreunde Düren (links) bejubelte den Titel, Viktoria Arnoldsweiler konnte sich auch über Rang 2 freuen. Foto: Weinberger

Düren. Es waren große Worte, die am Freitagabend im Dürener Oststadion die Runde machten: „Skandal” hieß es hier, „Schande” dort. Der Grund für diesen Sturm der Entrüstung ist in der Geschichte der Dürener Stadtmeisterschaft wohl einmalig: Der FC Niederau war nicht zum Spiel um Platz 3 gegen Alemannia Lendersdorf angetreten.

„Ich finde dafür einfach keine Worte”, sagte Stephan Wolf, Vorsitzender von Gastageber Sportfreunde Düren. „Mir tut es vor allem für die Zuschauer leid.”

Unterstützer fand Wolf in den Verantwortlichen von Alemannia Lendersdorf. „Wir sind maßlos enttäuscht, hätten das Derby gegen Niederau gerne gespielt”, berichtete Jürgen Wahlen, Vorsitzender des B-Ligisten. Kai Hesse, erster Kassierer der Lendersdorfer, stimmte mit ein: „Es geht einfach nicht, dass man bei einem Platzierungsspiel der Stadtmeisterschaft nicht antritt.”

Bernd Virnich, Trainer des FC Niederau, wies die Vorwürfe hingegen entschieden zurück: „Ich habe schon beim Halbfinale am Mittwoch gesagt, dass es bei uns personell eng werden würde. Am Donnerstag habe ich dann endgültig bei den Organisatoren angerufen und abgesagt.” Wegen diverser Verletzungen und der frühen Anstoßzeit um 17.30 Uhr sei es schlichtweg nicht möglich gewesen, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Darüber habe er sowohl den Gastgeber als auch Alemannia Lenderdorf in Kenntnis gesetzt.

„Wenn wir genügend Spieler zusammenbekommen hätten, wären wir natürlich angetreten”, sagte Virnich. „Aber zu dieser unüblich frühen Anstoßzeit konnten wir einfach keine Elf stellen.” Er habe - so Virnich - vorgeschlagen, den Anstoß um eine Stunde nach hinten zu schieben und die Spielzeit zu verkürzen, um doch eine Partie durchführen zu können. Seine Idee habe aber keinen Anklang gefunden.

Stephan Wolf bestätigte diesen Anruf, wusste um die personellen Nöte der Niederauer, sagt aber auch: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass Niederau wirklich nicht antritt. Schließlich ist die Stadtmeisterschaft nicht irgendein Turnier; hier geht es um Prestige.” Er habe im Telefonat auch darauf hingewiesen, dass es unmöglich sei, das Spiel um Rang 3 zu verlegen oder abzusagen, da es sich schließlich um eine offizielle Stadtmeisterschaft mit festgelegtem Spielplan - der schon seit mehreren Wochen feststehe - handele.

Sauer aufgestoßen war Verantwortlichen und Zuschauern auch, dass sich niemand vom FC Niederau im Oststadion hat blicken lassen: Trainer Virnich selbst hütete krankgeschrieben zuhause das Bett, Ingo Müller weilte im Urlaub - und andere fühlten sich scheinbar nicht zuständig.

Lendersdorf jedenfalls wurde nach dem „Boxkampf ohne gegnerischen Boxer” - wie es Stephan Wolf betitelte - zum Dritten der Stadtmeisterschaft gekürt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert