Stadthalle: Zwangsversteigerung noch nicht abgewendet

Von: Jörg Abels
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Noch existiert nur ein einfaches Styropor-Modell von der geplanten Bebauung des Stadthallen-Areals. In wenigen Wochen aber sollen schon einmal erste Vorstellungen des Architekten präsentiert werden. Foto: Jörg Abels

Düren. Landrat Wolfgang Spelthahn ist besorgt. Während er die Kaufverhandlungen mit der Ten-Brinke-Gruppe, dem neuen Inhaber des Stadthallen-Erbbaurechts, forciert und von sehr guten Gesprächen berichtet, rückt der anstehende Zwangsversteigerungstermin am kommenden Mittwoch, 14. Januar, im Amtsgericht Düren immer näher, ohne dass sich die Fronten geklärt haben.

Mit der Zwangsversteigerung des 2007 von der Stadt an die Real invest Parkhotel Düren GmbH für 50 Jahre übertragenen Erbbaurechts will die Stadt Düren säumige Grundbesitzabgaben eintreiben. Auch die Gerichtskasse Köln gehört mit Forderungen aus früheren Verfahren zu den Gläubigern.

Spelthahn, der mit der kreiseigenen Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) und dem Euskirchener Investor F & S auf dem Stadthallen-Areal ein 4-Sterne-Hotel, ein Tagungszentrum, Eigentumswohnungen und Eigentumspraxen errichten will und bereits von großem Interesse berichtet, appelliert an die Parteien, „einen sauberen Schnitt zu machen“.

„Projekt nicht aufs Spiel setzen“

Um eine Zwangsversteigerung, die eine Realisierung des Bauvorhabens womöglich um Monate verzögern würde, noch abzuwenden, müssten die Forderungen aus der Vergangenheit umgehend beglichen werden. „Ich plädiere eindringlich dafür, dies zu tun. Es wäre schade, das Projekt angesichts des großen Interesses jetzt fahrlässig aufs Spiel zu setzen“, betont der Landrat.

Noch unklar scheint angesichts der komplexen vertraglichen Situation die Frage, wer die offene Forderung – die Rede ist von einem Betrag jenseits von 100.000 Euro – begleichen müsste. Der alte oder der neue Inhaber der Real invest Parkhotel Düren GmbH? Auf DZ-Anfrage erklärte der Dürener Hermann-Josef Schneider, dass er die Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten an die Ten-Brinke-Gruppe veräußert habe.

Spelthahn indes erklärt, dass alle Absprachen am „Runden Tisch“ der Stadt und die Verhandlungen mit Dritten die zukünftige Entwicklung des Areals betreffen, Altlasten ausgeklammert seien.

Von der Versteigerung des Erbbaurechts womöglich zu profitieren und das Erbbaurecht zu einem günstigeren Preis zu erhalten, ist für Wolfgang Spelthahn indes keine Option. „Der Kreis wird sich an einer Versteigerung nicht beteiligen“, betont der Landrat. Es sei nicht Aufgabe der öffentlichen Hand zu spekulieren, sondern solide zu wirtschaften.

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