Düren - Stadthalle: SPD sieht die Lösung des Problems

Stadthalle: SPD sieht die Lösung des Problems

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
7771891.jpg
Kann der „gordische Knoten“ rund um das Stadthallenareal endlich durchlagen werden? Die SPD verweist auf Investor ten Brinke, der Gewehr bei Fuß stehe, die CDU spricht von einem Wahlkampfmanöver. Foto: Abels
7770166.jpg
Haben die Pläne für Einzelhandel am Langemarckpark und am ZOB. Henner Schmidt und Ulf Opländer.

Düren. Sie halten die Lösung des Stadthallenproblems in Händen. Davon sind SPD-Fraktionschef Henner Schmidt und sein Vize Ulf Opländer überzeugt. Der Bocholter Projektentwickler „Ten Brinke“ steht nach Angaben der Genossen in den Startlöchern.

Er würde das Areal dem Erbbaurechtsnehmer und der Stadt zum Marktwert von 2,3 Millionen Euro abkaufen und das im Masterplan aufgeführte Modell mit Hotel, betreutem Wohnen, Pflegeeinrichtung, Wohnbebauung und Gastronomie realisieren.

Die Neue Dorint GmbH aus Köln hat am Dienstag erst in einer der SPD vorliegenden Absichtserklärung bekundet, für mindestens 15 Jahre als Betreiber eines 3-Sterne-Hotels mit 110 Zimmern und Tagungsräumen zur Verfügung zu stehen. Und für die übrigen Projektbestandteile habe „Ten Brinke“ auch bereits Betreiber, betont Schmidt.

Einziger Haken: Ohne eine Quersubvention über eine Handelslösung an anderer Stelle ist das Hotel laut Investor nicht zu realisieren. Die 400 Euro pro Zimmer und Monat, die die Dorint-Gruppe nach SPD-Angaben zu zahlen bereit wäre, würden lediglich die Baukosten refinanzieren, nicht den Anteil des Hotels am Kauf des Stadthallengrundstücks.

Darauf hatten die Genossen schon vor Wochenfrist aufmerksam gemacht und daher einen großflächigen Verbrauchermarkt mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche und angegliederten Fachmärkten im Langemarckpark als Ergänzung zum Stadtcenter in die Diskussion gebracht. Alternativ hatten die Genossen die Bebauung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) in ähnlicher Form vorgeschlagen, wobei die dort dann wegfallenden P & R-Plätze auf das Dach des Gebäudes wandern könnten. Beide Grundstücke müsste der Investor von der Stadt kaufen. „Verschenkt wird nichts“, betont Opländer. „Beide Varianten sind wirtschaftlich durchgerechnet“, erklärt Schmidt nach Rücksprache mit „Ten Brinke“.

„Der neuerliche Vorstoß der SPD ist mit der Verwaltung nicht abgestimmt“, erklärte Dürens Baudezernent Paul Zündorf auf DZ-Anfrage zu einer Einzelhandelslösung im Langemarckpark. „Daher können wir uns zur Machbarkeit nicht äußern.“ Schmidt und Opländer sind derweil überzeugt, dass sie städtebaulich und mit Blick auf das Einzelhandelskonzept ebenso vertretbar sei wie eine Bebauung des ZOBs. Beide Varianten wären Frequenzbringer für die Josef-Schregel-Straße und Teil der geforderten Entwicklung des Bahnhofsumfeldes. Rechtliche Bedenken gegen eine kombinierte Ausschreibung eines der beiden Einzelhandelsprojekte mit der Stadthalle sehen die SPD-Vertreter nicht. „So nah wie jetzt waren wir noch nie an einer Lösung des Stadthallenproblems“, betont Schmidt. Opländer fordert daher eine „Koalition der Vernunft“, um die zentralen Punkte des Masterplans zeitnah umsetzen zu können.

Derweil spricht CDU-Fraktionschef Stefan Weschke von einem „durchsichtigen Wahlkampfmanöver“ und von einem „schmalen Grat“, auf dem sich die SPD bewege, weil sie die Position der Stadt schwäche. Wie Baudezernent Zündorf ist die CDU der Ansicht, dass sich das Masterplan-Modell für das Stadthallenareal mit seinen fünf Teilbereichen ohne Quersubvention tragen müsse.

Die Stadtspitze arbeitet daher offenbar mit dem Landrat an einer anderen Lösung. Nach DZ-Informationen wird überlegt, das Straßenverkehrsamt in das Projekt zu integrieren. Und anscheinend gibt es auch noch einen weiteren Hotelbetreiber, der in Düren ansässig werden möchte. Nicht bestätigt ist, dass die Sparkasse als Käufer des Grundstückes auftreten könnte.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert