Stadthalle: „Runder Tisch“ findet Lösung

Von: Jörg Abels
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Der Antrag ist schon gestellt: Wenn der Denkmalschutz wie erwartet fällt, könnte die Stadthallenruine bereits in den kommenden beiden Monaten abgerissen werden. Foto: Abels

Düren. Die dritte Sitzung des „Runden Tisches“ zur Zukunft des Stadthallengeländes dauerte nur eine dreiviertel Stunde. Dann öffneten sich die Türen, es zeigten sich Männer und Frauen mit zufriedenen Gesichtern. Baudezernent Paul Zündorf präsentierte die seit Wochen, Monaten, gar Jahren herbeigesehnte Lösung für das Mahnmal innerstädtischen Stillstands, die von allen Fraktionen mitgetragen wird.

Die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) soll das rund 6200 Quadratmeter große Areal erwerben, das frei von allen Belastungen und ohne die noch denkmalgeschützte Stadthallenruine einen Wert von 2,4 Millionen Euro hat.

Anschließend soll sie dem Vernehmen nach den Großteil der Fläche an den Euskirchener Projektentwickler Georg Schmiedel weiterreichen, der mit seiner Firma „F & S“-Konzept bereits das Kreishaus D gebaut hat. Rund 1,35 Millionen Euro sollen an den derzeitigen Besitzer des Erbbaurechts fließen, 300 000 Euro soll der Abriss der Stadthalle kosten, wenn der Denkmalschutz – wie erwartet – in Kürze aufgehoben wird. Rund 760 000 Euro erhält die Stadt noch für das Grundstück.

Modell des Landrats

Entstehen soll nach DZ-Informationen neben einem Hotel mit 4-Sterne-Standard, Gastronomie und 100 bis 120 Betten ein Konferenzzentrum, das auch von der Industrie genutzt werden kann, und ein Dienstleistungsbereich beispielsweise mit Ärzten, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten und Steuerprüfern. Darüber hinaus sind Eigentumswohnungen geplant. Auch das Bürgerbüro des Kreises Düren soll in den neuen Komplex umziehen.

Das von Landrat Wolfgang Spelthahn in den vergangenen Wochen hinter den Kulissen bereits bis zur Ausführungsreife vorbereitete Modell überzeugte letztlich auch die „Ampel“-Koalition im Stadtrat, die in Teilen (SPD) lange Zeit die Pläne des Investors Ten Brinke favorisiert hatte. Auch Ten Brinke wollte ein Hotel errichten, allerdings nur in Verbindung mit Einzelhandel an anderer Stelle der Innenstadt. Vor wenigen Wochen erst hatte er noch die Real Invest Parkhotel Düren samt des Erbbaurechts für das Stadthallengelände gekauft. Dies wird er nun – so die Singale – an den Kreis weiterveräußern. „Entschädigt“ werden soll er nicht nur finanziell. Er soll auch den Abbruch der Stadthalle übernehmen. Und sollte er sich mit der Deutschen Bahn über den Kauf des Parkplatzes an der Bahnhofnordseite einigen – Verhandlungen laufen – kann er wohl auch mit einem Teil des Zentralen Omnibusbahnhofes rechnen und dort ein Nahversorgungszentrum errichten. Der ZOB soll ohnehin verkleinert werden, das Gelände gehört der Stadt. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt spricht bereits von „zwei starken Entwicklungen, die Düren einen großen Schritt nach vorne bringen werden“.

Auch die CDU sitzt mit im Boot und sieht sich in ihrem bisherigen Kurs bestätigt. „Wir haben von Beginn an hinter dem Modell des Landrats gestanden, das genau unseren Vorstellungen entspricht“, betont Fraktionschef Stefan Weschke, der stets an der Hotel-Lösung festgehalten hatte. Es sei gut, dass jetzt mit zwei unterschiedlichen Investorengruppen gearbeitet werde und das von der SPD noch im Wahlkampf präferierte Koppelgeschäft vom Tisch ist.

Alle Vertreter am „Runder Tisch“ zollten Spelthahn großen Dank für seine Bemühungen. Der Landrat zeigte sich erfreut über die einmütige Entscheidung, die Entwicklung des Areals in die Hände des Kreises zu geben, machte aber deutlich, dass noch einige Arbeit in die Ausgestaltung der Verträge investiert werden muss.

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