Stadthalle: CDU-Ratsherr Delhougne bevorzugt Kaufland-Projekt

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Geht auf Konfrontationskurs zur eigenen Fraktion: CDU-Mittelstandschef Rolf Delhougne. Foto: ja

Düren. „Wenn wir jetzt nicht endlich zu einer Lösung für das Stadthallengelände kommen, wird uns das der Bürger sehr übel nehmen“, warnt der CDU-Stadtverordnete Rolf Delhougne. Die Quittung würden alle Parteien nach dem Hickhack der vergangenen Jahre bei der Kommunalwahl 2014 bekommen, ist der Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung überzeugt.

Und deshalb fordert er ein Umdenken auch von der eigenen Fraktion, die immer noch ein Hotelprojekt auf dem Gelände favorisiert. „Am Ende entscheidet aber der Markt, nicht die Politik“, sieht Delhougne nach eigenen Recherchen bei führenden Anbietern weder einen namhaften Hotelbetreiber am Horizont noch einen Mieter für den Sportfachmarkt, den ein Hamburger Investor vor gut zwei Monaten im Stadtentwicklungsausschuss als Teil eines Hotelkomplexes vorgestellt hatte. „Der Markt gibt beides einfach nicht her.“

Anders als sein Fraktionschef Stefan Weschke lehnt Delhougne einen großflächigen Einzelhandelsmarkt der Marke Kaufland deshalb auch nicht kategorisch ab. Im Gegenteil: „Ein Vollsortimenter mit einem 80-prozentigen Lebensmittelanteil im Angebot würde der Innenstadt nicht wehtun“, geht er einmal mehr auf Konfrontationskurs zur eigenen Fraktion.

Denn auch architektonisch kann Delhougne dem Projekt des neuen Investors, an den sich die „Real Invest Parkhotel Düren GmbH“ als Erbbaurechtnehmer des Stadthallengrundstücks vertraglich gebunden hat, anders als sein Fraktionschef und anders als Dürens Kämmerer Harald Sievers einiges abgewinnen. Man dürfe bei einem Vollsortimenter nicht automatisch an einen funktionalen rechteckigen Zweckbau denken, verweist Delhougne auf das aus seiner Sicht sehr ästhetische Kaufland-Konzept in der Stadt Kamp-Lintfort.

Ein erster Vorentwurf für Düren sehe wie in Kamp-Lintfort beispielsweise ein Atrium vor und eine zum Park hin geöffnete Außengastronomie, verweist Delhougne auf eine ihm vorliegende Skizze. Ein Kölner Architekt sei aktuell damit beschäftigt, detaillierte Pläne zu erstellen, die in wenigen Tagen der Fraktionsvorsitzendenkonferenz vorgestellt werden sollen, kündigt Delhougne an.

„Wir müssen uns jetzt so schnell wie möglich von nicht-realisierbaren Projekten verabschieden“, nimmt er auch seine eigene Fraktion in die Pflicht und fordert Bürgermeister Paul Larue auf, das Thema Stadthalle endlich zur Chefsache zu erklären. „Kaufland ist eine interessante und machbare Alternative für das Grundstück. Wer andere hat, soll sie jetzt auf den Tisch legen.“

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