Düren - Stadthalle: CDU lehnt „Ampel“-Einladung zum Runden Tisch ab

Stadthalle: CDU lehnt „Ampel“-Einladung zum Runden Tisch ab

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
8422984.jpg
CDU-Fraktionschef Stefan Weschke, Parteichef Thomas Floßdorf und Bürgermeister Paul Larue (v. l.) üben heftige Kritik an der „Ampel“. Foto: ja

Düren. An einem Runden Tisch zur Stadthalle, zu dem die „Rote Ampel“ in Kürze unter ihrem Vorsitz einladen will, werden weder die CDU noch Bürgermeister Paul Larue und Baudezernent Paul Zündorf teilnehmen. Dies machten die CDU-Spitze und der Rathaus-Chef unmissverständlich deutlich.

Es gebe eine Vielzahl legitimierter Gremien, in denen das Thema diskutiert werden müsste, betonte Fraktionschef Stefan Weschke mit Blick auf den Stadtentwicklungsausschuss, die Lenkungsgruppe Masterplan und die Fraktionsvorsitzendenkonferenz, die um die Parteivorsitzenden ergänzt werden könnte, ergänzte Larue. Federführend aber müsse wie bisher der Baudezernent sein, betonte der Bürgermeister. „Die Verwaltung wird an keiner von Parteien eingeladenen Runde teilnehmen.“

Aus Sicht der CDU ist das Vorhaben der „Ampel“ ein „besonderer Ausdruck ihrer Konzeptionslosigkeit“, erklärte Weschke. Der Runde Tisch solle nur die verschiedenen Vorstellungen von SPD, Grünen, FDP und Linken übertünchen. Larue erinnerte noch einmal daran, dass die SPD im Endspurt des Wahlkampfes schon eine Lösung präsentiert hatte, die aus heutiger Sicht offenbar nur ein „billiger Bluff“ gewesen sei. Und er widersprach energisch dem von der „Ampel“ immer wieder genährten „Mythos“, die Verwaltung habe beim Thema Stadthalle Informationen zurückgehalten. Kämmerer und Baudezernent hätten regelmäßig in der Fraktionsvorsitzendenkonferenz berichtet, alle Verträge lägen dem Stadtrat ohnehin vor.

Inhaltlich bleibt die CDU in puncto Stadthalle bei ihrem Standpunkt: Ein Bebauungskonzept müsse sich wirtschaftlich selbst tragen, betonte Weschke. Die CDU hält an Hotel- und Wohnlösung fest und ist offen für Dienstleistungsangebote, lehnt Handel an dieser Stelle aber weiter ab.

Mit ihrem Vorstoß, den Parkplatz Schützenstraße in Grünfläche umzuwandeln und die obere Weierstraße zur Fußgängerzone zu erklären, gehe es der „Roten Ampel“ aus Sicht der CDU nicht um Stadtentwicklung. Stadtparteichef Thomas Floßdorf spricht von Aktionismus im Vorfeld der Bürgermeisterwahl im Herbst 2015. Die CDU fragt sich, ob es im Rahmen des Masterplans nicht wichtigere Projekte als die Schützen- und Weierstraße gebe, die aus Sicht der „Ampel“ höchste Priorität genießen.

Weschke verweist auf die Umgestaltung des Kaiserplatzes das Thema „Wasser in die Stadt“ und die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes und der Josef-Schregel-Straße, wo bereits viel Vorarbeit geleistet wurde. „Das Vorgehen der Ampel ist das völlig falsche Signal an die Bürgerschaft“, betont Weschke. Er wirft der „Ampel“ zudem vor, die Kritik der Dürener an ihren Plänen zu ignorieren.

Die Weierstraße habe an Markttagen eine wichtige Bedeutung als Kurzzeitparkplatz, betonte Larue. Er warnte zudem davor, den „Markt zu zerfleddern“. „Für mehr Außengastronomie müsse der Markt ohnehin nicht ausgedehnt, sondern nur neu strukturiert werden“, ergänzte Floßdorf.

Im Übrigen verweist die CDU darauf, dass der Masterplan-Prozess nur eingeleitet sei. Der Plan selbst müsse er noch verabschiedet, Fördermittel könnten erst danach bewilligt werden. „Bei der Schützenstraße geht selbst Stadtplaner Dr. Harald Heinz von einer Realisierung bis frühestens 2018 aus“, betonte Floßdorf. Aus einem Projekt, das Bebauung, Grünflächen und Parkplätze vorsehe, jetzt ein Element rauszugreifen, sei kontraproduktiv und würde nur die Immobilienbesitzer abschrecken.

Gänzlich vermisst die CDU bei der „Ampel“ Aussagen zu Wohn- und Gewerbegebieten, beispielsweise zu einem interkommunalen Gewerbegebiet mit Langerwehe an der neuen A4-Ausfahrt Luchem, das enorm wichtig sei. „Weil die Grünen nicht wollen, ist die ‚Ampel‘ sprachlos“, mutmaßte Weschke. Larue appellierte an die Koalitionäre, auf den gemeinsamen Weg bei der Stadtentwicklung zurückzukehren.

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert