Stadtcenter Düren: Mehr Kameras, aber keine früheren Schließungen

Von: Sandra Kinkel
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Stadtcenter Düren
Weil die Zahl der Ladendiebstähle zugenommen hat, gibt es im Stadtcenter mehr und bessere Überwachungskameras. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Gerüchte, dass das Stadtcenter demnächst früher schließt, weil es gerade in den Abendstunden vermehrt Probleme wegen Ladendiebstahl und Belästigungen gibt, weist Daniel Böttke weit von sich. „Das ist Quatsch“, sagt der Center-Manager. „Wir haben Kernöffnungszeiten, die in unseren Mietverträgen geregelt sind. Schon allein deshalb können wir das Stadtcenter abends nicht früher schließen.“

Gleichwohl hat Böttke beobachtet, dass gerade kurz vor Ladenschluss die Zahl der Diebstähle deutlich steigt. „Auch unser Ordner mit den Hausverboten wird immer dicker. Das ist kein Grund zur Freude“, sagt Böttke. Im Stadtcenter gibt es deswegen mehr Kameras, die auch bessere Aufnahmen machen. Böttke: „Die Polizei ist häufig bei uns im Haus, um die Bilder auszuwerten.

Die Aufklärungsquote ist auch gut. Trotzdem sage ich in aller Deutlichkeit, dass die Klientel, die an einem normalen Wochentag abends ins Stadtcenter kommt, andere Kunden abschreckt. Ich beobachte diese Entwicklung mit großer Sorge.“ Böttke wünscht sich mehr Initiative und Unterstützung – vor allem von der Stadt Düren und der städtischen Wirtschaftsförderung Win.DN.

„Die SOS-Kräfte, die in Düren eingestellt wurden, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, nehme ich im Stadtbild bisher viel zu wenig wahr. Aus meiner Sicht passiert da zu wenig.“ Mehr Sicherheitskräfte für das Stadtcenter zu engagieren, sei schwierig. „Die Kosten werden auf unsere Mieter umgelegt. Noch höhere Ausgaben sind kaum zumutbar.“

„Sicherheit ist ein wichtiges Thema. Es nützt uns nichts, wenn wir die Dürener Innenstadt neu gestalten, aber die Menschen sich nicht mehr sicher fühlen“, sagt Michael Linn, bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Düren Win.DN unter anderem zuständig für den Einzelhandel. Er betont aber, dass das Thema Sicherheit kein alleiniges Dürener Problem sei. „Trotzdem müssen wir etwas tun.“ Linn plant, einen Arbeitskreis zu bilden, um mit Geschäftsleuten, dem Verein CityMa sowie Politik und Verwaltung dieses Thema anzusprechen.

Image darf nicht weiter leiden

Böttke: „Wir müssen aufpassen, dass das Image der Einkaufsstadt Düren nicht noch weiter leidet. Schon jetzt ist es sehr schwer, Nachmieter für freiwerdene Ladenlokale im Stadtcenter zu finden – deutlich schwerer als früher.“

Auch den Leerstand in der Innenstadt beobachtet Böttke mit Sorge. Die ehemalige Douglas-Filiale an der Wirtelstraße steht immer noch leer, Ende November wird das Bekleidungsgeschäft Basler an der Ecke Kölnstraße/Markt schließen. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

„Das ist ein sehr prägnanter Standort“, sagt Böttke. „Und alles, was an guten Marken aus der Stadt verschwindet, ist für die Einkaufsstadt Düren ein Problem.“ Auch hier wünscht sich Böttke mehr Unterstützung. „Ich habe das Gefühl, dass der Handel weitgehend sich selbst überlassen bleibt und sich auch selbst helfen muss. Dabei müssten sich eigentlich alle Verantwortlichen darüber klar sein, dass der Handel das Herz der Innenstadt ist.“

Michael Linn glaubt nicht, dass es schwer wird, für die Basler-Filiale einen Nachmieter zu finden. „Es steht erst seit 14 Tagen definitiv fest, dass das Unternehmen insolvent ist und auch nicht mehr gerettet werden kann. Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Vermieter, und der hat bereits Schritte unternommen, um einen passenden Nachmieter zu finden. Erste Gespräche laufen schon.“

Natürlich, sagt auch Linn, wäre Leerstand gerade an dieser Stelle fatal. „Eben weil Marktplatz und Kölnstraße gerade im Rahmen des Masterplanprozesses umgestaltet worden sind.“ Linn ist aber zuversichtlich, dass sich zeitnah ein neuer Mieter für das Ladenlokal findet. „Markt und Kölnstraße“, sagt er, „sind im Augenblick sehr beliebte Lagen in Düren. Vielleicht gelingt es sogar, dass es an dieser Stelle überhaupt keinen Leerstand gibt.“

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