Düren - Stadtbrandmeister sieht seine Feuerwehr finanziell am Limit

Stadtbrandmeister sieht seine Feuerwehr finanziell am Limit

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
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Zunächst konträrer Ansicht, bei der Ehrung aber gemeinsam im Einsatz: Wehrleiter Hans-Jürgen Pelzer und Bürgermeister Paul Larue (l.) ehrten den Lendersdorfer Unterbrandmeister Willi Simons für 70-jährige Mitgliedschaft in der Wehr. Foto: Schröder

Düren. „Die Feuerwehr ist am Limit und Sparen so gut wie unmöglich”. Eine klare Absage erteilte Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Pelzer dem Sparkonzept der Verwaltung, wie es sich derzeit in der Vorlage 1/10 für die Beratung im Stadtrat darstellt.

„Den Spagat zwischen Beibehaltung des aktuellen Sicherheitsstandards und den Sparzielen in der Vorlage bekommen Sie nicht hin”, sagte Pelzer in Richtung des Bürgermeisters sowie der bei der Jahreshauptversammlung der Wehr anwesenden Dezernenten und Stadtratsmitglieder.

Die Kritik des Wehrleiters am Feuerschutzträger Stadt Düren hat Tradition. In jedem Jahr bereichert der Stadtbrandmeister seinen Jahresbericht mit Anmerkungen. Die Kritik in diesem Jahr bezog sich ausschließlich auf das Sparkonzept. „Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein”, resümierte Pelzer und lobte die ersten Ergebnisse struktureller und personeller Veränderungen innerhalb der Wehr und im Amt 37 mit Ausnahme der anderweitigen Verwendung eines Verwaltungsmitarbeiters.

In Sachen Brandschutzbedarfsplan war Pelzer mit Blick auf die Zukunft mehr als skeptisch. Halte sich der Feuerschutzträger zwar zeitverzögert und schleppend in Sachen Beschaffung und Unterhaltung an den Plan, sei der angestrebte Standard dennoch weder personell noch materiell erreicht. Dann rechnete der Wehrleiter. Der Rettungsdienst refinanziere sich selbst, habe also in der Sparvorlage nichts zu suchen. Die beim Brandschutz angesetzten 134.000 Euro Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer würden bei den Ausgaben unterschritten.

Wo die zweckgebundenen Reste wohl bleiben, wollte Pelzer wissen und betonte: „Die Feuerwehr hat Anspruch auf diesem Geld.” Die angesetzten Ausgaben für die Jahre bis 2014 hielt Pelzer für völlig unzureichend. So stehen für 2014 noch ganze 94.000 Euro im Ausgabenplan. Ein größeres Löschfahrzeug müsse allerdings bereits heute mit 250.000 Euro Kosten angesetzt werden. Eine Nachbarkommune mit 18.000 Einwohnern und 120 Einsätzen im Jahr stelle im Vergleich 400.000 Euro für ihre Feuerwehr bereit.

„Aufwendungen verdoppelt”

„Der Etat Brandschutzdienst in der Vorlage 1/10 ist mit heißer Nadel gestrickt, unrealistisch und im Endeffekt sogar gefährlich”, so die Einschätzung des Wehrleiters. Wie nicht anders zu erwarten, konterte Bürgermeister Paul Larue: „Die Stadt hat innerhalb des vergangenen Jahrzehnts die Aufwendungen für die Feuerwehr verdoppelt. So ganz schlecht kann es also nicht gewesen sein”. In seinem Dank an die haupt- und ehrenamtlichen Angehörigen der Wehr verwies der Bürgermeister auf „einen modernen und guten Fahrzeugpark”. Die Anschaffung weiter Fahrzeuge sei „geschoben, aber nicht aus der Linie”. Sparzwänge und Personalabbau seien nicht zu umgehen.

Einen praktischen Rat gab Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Wolfram: „In Zeiten wie diesen muss man sich in partnerschaftlichem Miteinander zusammenraufen.”
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