Stadt will früheres Kasernen-Areal kaufen

Von: Ingo Latotzki
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Blick auf das Gelände der ehemaligen Panzerkaserne im Süden Dürens, das die Stadt kaufen will. Derzeit stehen hier Tausende Mietautos, die repariert und ausgebessert werden. Daran soll sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Die Stadt Düren will ihre Gewerbeflächen erweitern und plant deshalb den Kauf eines 25 Hektar großen Areals im Dürener Süden. Es geht um das Gelände der ehemaligen Panzerkaserne, auf dem heute der Autoreparaturbetrieb Recontec Leihwagen aus ganz Deutschland ausbessert und aufpoliert. Das Grundstück gehört noch einem Frankfurter Unternehmer.

In einer Sondersitzung des Stadtrates am 8. März soll der Kauf beschlossen werden. Die Stadt will das Areal zunächst weiter an die derzeit dort ansässigen Firmen vermieten. Die Unternehmen haben langfristige Verträge abgeschlossen beziehungsweise im Auge. Henner Schmidt geht davon aus, dass das Rathaus in den nächsten zehn Jahren als Vermieter auftreten wird.

Danach könnte die Stadt das Grundstück selbst vermarkten, für Gewerbe, aber auch für eine Wohnbebauung. „Wir haben es selbst in der Hand, wie sich das Gelände entwickeln wird“, sagt der Sprecher der „Ampel“-Mehrheitskoalition.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist von einer niedrigen zweistelligen Millionensumme die Rede.

Den Betrag wird die Stadt über Kredite finanzieren, die derzeit bekanntlich sehr günstig zu bekommen sind. Deshalb sei das Geschäft auch von Anfang lukrativ für die Stadt, sagt Henner Schmidt. Zins und Tilgung lägen unter der Summe, die die Stadt aus den Mieteinnahmen erhalten würde. Konkretere Zahlen werden nicht genannt. Der Kauf soll offiziell im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Das Geld wird in den kommenden Doppelhaushalt für 2018/2019 eingestellt.

Für Thomas Hissel ist der Kauf vor allem mit Blick auf „die Stadtentwicklungsperspektive lohnend“. Das 25 Hektar große Land sei gut gelegen. Wenn die neue Ostumgehung (B 56 neu) fertig sei, sei das Gebiet noch besser als jetzt schon zu erreichen. Überdies gehe es um den Erhalt von bis zu 350 Arbeitsplätzen.

Der in der Nähe liegende Burgauer Wald gilt als Pluspunkt, wenn Teile des Areals später für eine Wohnbebauung genutzt werden sollten. Aber das steht nicht fest. Solange die Mietverhältnisse bestehen, soll das Gelände nicht anderweitig verwendet werden. „Wir haben nicht viele von solch guten Arealen“, sagt der Stadtkämmerer, der auch Hauptgeschäftsführer der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIN.DN ist.

Auch Stefan Weschke begrüßt den Kauf des Grundstückes. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sagt, dass der Erwerb für die Stadt „ohne Risiko“ sei und verwies darauf, dass das Rathaus über die Mieteinnahmen sofort profitiere.

Warum der jetzige Besitzer das Land verkaufen will, begründete Weschke so: Es passe nicht mehr ins Portfolio des Unternehmers, der vor allem in der Logistikbranche und im Hallenbau tätig sei. Der Unternehmer hatte das Areal im Dürener Süden selbst 2010 gekauft.

Henner Schmidt sprach von einem wichtigen Schritt für Düren und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Die Stadt setze nicht nur im Süden Dürens auf Gewerbegebiete, sondern erschließe Flächen auch an der Kölner Landstraße und womöglich an der Veldener Straße. Für Schmidt ist der Kauf der Flächen an der Stockheimer Landstraße auch „eine Kompensation“ für das nicht realisierte Gewerbegebiet mit der Gemeinde Langerwehe.

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