Stadt und Schule bieten Flüchtlingen eine Heimat auf Zeit

Von: Fred Schröder und Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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In der Turnhalle der Cornetzhofschule werden 90 Flüchtlinge untergebracht. Ihre Heimat auf Zeit wird mit so genannten Schammwänden unterteilt.
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Noch zusammengeklappt: Später wurden die Feldbetten aufgebaut.

Rölsdorf. Die Vorbereitungen sind noch nicht ganz abgeschlossen; aber die rund 150 von der Bezirksregierung angekündigten Flüchtlinge können am Montag kommen. Den ganzen Samstag über waren Mitarbeiter des von der Stadt gebildeten Einsatzstabes (SAE), dem neben Personen der städtischen Fachämtern auch die Mitarbeiter der Hilfsdienste angehören, mit der Einrichtung der Turnhalle an der Cornetzhofschule beschäftigt.

Dazu kamen externe Helfer, die die notwendigen Gerätschaften anlieferten sowie zwei Zelte aufbauten. In einem der Zelte werden rund 60 Flüchtlinge untergebracht – 90 Personen werden in der Turnhalle schlafen –, in dem anderen werden die Flüchtlinge beköstigt.

Helmut Harperscheidt, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, gab sich optimistisch. „Wenn die Flüchtlinge kommen, sind wir gewappnet“. Was Harperscheidt allerdings kritisierte, ist die Informationspolitik der Bezirksregierung. „Der Anruf kam am Donnerstagmittag. Wir wissen bis jetzt noch nichts über alters- oder geschlechtsmäßige Zusammensetzung der Gruppe und auch nichts über die Herkunftsländer.“

Hilfe kam auch von der Feuerwehr. Die verfügt über ein Netzwerk und weiß, wo was zu haben ist. Feldbetten beispielsweise. „Etagenbetten sind nirgendwo mehr zu bekommen“, sagten Harperscheidt und sein Kollege Joachim Bammler.

Barbara Kuhn-Röhl, die Leiterin der Cornetzhofschule, packte kräftig mit an und gab so manchen Hinweis, welche Einrichtungen der Schule auch von Flüchtlingen genutzt werden können. Die Schulleiterin arbeitet seit Januar ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe in Kreuzau und sieht deshalb in erster Linie die Not der Menschen, wissend, dass die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Gelände der Förderschule für Jungen und Mädchen mit einer Lernbehinderung nicht einfach sein wird: „Die Leute haben aber schlimme Geschichten erlebt. Sie brauchen eine eine Anlaufstelle, einen Platz, wo sie zur Ruhe kommen. Sie sind uns hier in unserer Schule herzlich willkommen.“

Der Hof der Cornetzhoschule wurde derweil mit einem Schutzzaun unterteilt. Der Bauzaun wurde auch errichtet, damit Platz geschaffen werden konnte für die Toilettenwagen, das Versorgungszelt und den Waschmaschinencontainer. Denn die können erst in den kommenden Tagen geliefert werden

Am Samstag in der Frühe wurden in der Turnhalle schon die Umrisse für die Kojen abgeklebt. Ein Messebauunternehmen, das bereits in Dormagen Erfahrungen in der Einrichtung einer Unterkunft gesammelt hatte (Harperscheidt: „Die hatten noch weniger Zeit als wir…“), richtete die Aufbauten. Marc Henkels, der Leiter des Dormegener Unternehmens: „In sechs bis acht Stunden haben wir die Unterkunft eingerichtet“.

Für die Versorgung mit Speisen sorgen zwei Dürener Catering-Firmen. Wenn die Flüchtlinge voraussichtlich am Montagnachmittag ankommen, werden sie zunächst im Schulgebäude erfasst und registriert. Derzeit weiß man bei der Stadt nicht, woher die Flüchtlinge kommen.

Die Flüchtlinge werden rund drei bis vier Wochen in der Cornetzhofschule untergebracht. Dann werden sie auf andere Kommunen verteilt.

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