Stadt sucht Ehrenamtler für die Flüchtlingsbetreuung

Von: gkli
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Rund 60 Interessierte folgten der Einladung zur öffentlichen Bürgerversammlung in der Alten Kirche in Niederau. Foto: gkli

Niederau. Die Gesichter waren gespannt, angespannt. Rund 60 Bürger kamen am Mittwochabend in die Alte Kirche Niederau, um an einer Versammlung teilzunehmen. Der Grund: Ab der kommenden Woche sollen im ehemaligen Pfarrheim in der Cyriakusstraße Flüchtlinge untergebracht werden. Für alle ist die Situation neu.

Sowohl für die Anlieger als auch für die Menschen, die Zuflucht suchen. Um die Anliegerfragen zu klären, hatte die Stadtverwaltung die Versammlung anberaumt.

„Es geht hier nicht um ein Thema, sondern um Menschen, die Hilfe suchen“, unterstrich Bürgermeister Paul Larue zu Beginn. Mit der Veranstaltung solle aufgezeigt werden, unter welchem Druck die Verwaltung stehe und dass für die anstehenden Aufgaben Ehrenamtler gebraucht werden.

Sozialamtsleiter Christian Sanfleber legte Zahlen vor. 2012 kamen 46 Flüchtlinge nach Düren, 2013 waren es 134 und im vergangenen Jahr 257 aus 29 Nationen. Alleine im vergangenen Oktober mussten in Düren 51 Personen versorgt werden. Als große Übergangsheime nannte der Sozialamtsleiter das ehemalige Kloster in Arnoldsweiler für 117 Personen und ein Gebäude an der Friedensstraße, in dem 45 Personen Platz finden.

Um das Platzproblem zu lösen, beschloss der Stadtrat im Dezember, das ehemalige Pfarrheim in Niederau als Flüchtlingsheim zu nutzen. Inzwischen wurde es umgebaut. 18 Menschen finden dort maximal Platz. „Das Pfarrheim, indem wir zunächst sechs teilweise schwangere Frauen mit ihren acht Kindern unterbringen werden, kommt uns sehr gelegen“, betonte Christian Sanfleber. Sozialdezernent Harald Sievers erklärte, dass sich der Flüchtlingsstrom im neuen Jahr fortsetze.

Die Frauen, die in Niederau einziehen werden, stammen aus Nigeria, Serbien, Ghana, Guinea und Syrien. Wichtig sei, betonte Harald Sievers, dass ein selbstständiges Wohnen in der neuen Gemeinschaft gefördert würde. Die Hilfeleistungen unterteilen die Verantwortlichen in verschiedene Sparten: Begrüßungsdienst, Familien-, Spiel- und Sprachpatenschaft. Zum Begrüßungsdienst gehört beispielsweise die Begleitung zu Instituten.

Die Anwesenden wollten in erster Linie wissen, an welche Stelle sie sich wenden können, wenn sie helfen möchten. Auch fragten sie besorgt nach der Verteilung der neu ankommenden Kinder in den Kindergärten und Schulen. „Welches Kind wo genommen wird, das entscheidet der jeweilige Träger“, erklärte Larue.

Pastor Ernst-Joachim Stinkes kommentierte: „Die Kinder, die kommen, das sind unsere Kinder.“ In Kürze soll eine Infoveranstaltung für Helfer stattfinden, deren Termin noch bekannt gegeben wird. Wer Hilfe anbieten möchte, kann sich unter Telefon 02421/252715 oder -252711 bei der Stadt melden.

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