Stadt schließt Flüchtlingsheim Ellener Straße

Von: Jörg Abels
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Mit dem ehemaligen Kloster in Arnoldsweiler wird die Stadt Düren ihre älteste Flüchtlingsunterkunft bis März 2017 schließen. Über die Zukunft des maroden Gebäudes ist noch nicht entschieden. Foto: Abels

Düren. Die Stadt Düren reagiert auf die weiter zurückgehenden Flüchtlingszahlen und wird das älteste und seit langem aufgrund seiner baulichen Substanz in der Kritik stehende Übergangsheim an der Ellener Straße in Arnoldsweiler (Altes Kloster) mit seinen 101 Plätzen bis zum 1. März schließen.

Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Die aktuell dort untergebrachten 80 Flüchtlinge sollen bis Jahresende auf andere städtische Einrichtungen verteilt werden. Gleichzeitig soll von den beiden bereits bestellten Modulstandorten, die Anfang 2017 bezugsfertig sein werden, der Bau gegenüber der Feuerwehrhauptwache an der Brüsseler Straße nicht mehr als Übergangswohnheim genutzt werden.

Der Stadtrat hat beschlossen, die zehn Wohneinheiten (60 Plätze) dem Dürener Bauverein mit der Auflage zu übergeben, dort ausschließlich anerkannten Flüchtlingsfamilien eine dauerhafte Wohnperspektive zu geben, so dass der angespannte Wohnungsmarkt für Großfamilien entlastet wird.

Der in der Bevölkerung heftig umstrittene Modulstandort an der Grundschule Lendersdorf (Wolffsgasse) ist derweil weiterhin als Übergangsheim für Flüchtlinge vorgesehen, die noch kein Aufenthaltsrecht haben. Der Bau der beiden weiteren beschlossenen Modulstandorte an der Papiermühle und auf dem ehemaligen Sportplatz des GFC 09 in Gürzenich liegt derweil auf Eis. Dass die Stadt für Miete und Bau der beiden Anlagen weitere 2,7 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, ist angesichts der momentanen Situation unwahrscheinlich.

Auslastung bei 75 Prozent

Denn aktuell sind die städtischen Übergangsheime lediglich zu 75 Prozent ausgelastet. Der Erste Beigeordnete und Sozialdezernent Thomas Hissel geht nach Rücksprache mit der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg davon aus, dass der Stadt Düren ab Juli/August maximal 22 neue Flüchtlinge pro Monat zugewiesen werden. Gleichzeitig liegt die Anerkennungsquote derzeit bei 15 Flüchtlingen pro Monat.

Bis zum Jahresende werde sich daher die Zahl der Flüchtlinge in Düren, die in Wohnheimen untergebracht werden müssen, zwischen 550 und 650 bewegen. Mit der Fertigstellung der beiden Modulstandorte und eines weiteren Gebäudes an der Distelrather Straße stehen Ende 2016 aber 1027 Plätze zur Verfügung, so dass die Stadt auf das Alte Kloster inklusive der erst 2015 umgebauten Kita und den Modulstandort Brüsseler Straße verzichten kann.

Auch einige Mietverhältnisse sollen noch gekündigt werden. Ziel sei es, die Überkapazitäten von derzeit rund 40 Prozent auf zehn bis 20 Prozent zu minimieren, so dass ein Puffer für eine neuerliche Flüchtlingswelle weiterhin vorhanden wäre.

Was mit dem ehemaligen Kloster in Arnoldsweiler passieren wird, ist derzeit noch unklar. Auf Nachfrage erklärte die Stadt, dass noch keine konkreten Pläne existieren. Ob das Gebäude noch ganz oder in Teilen genutzt werden kann oder aber abgerissen werden muss, werde erst 2017 entschieden, wenn sich das Gebäudemanagement einen Überblick verschafft und der Politik einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet habe.

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