Nideggen - „Stadt - Land - Burg“: Kleine Forscher erkunden Nideggen

„Stadt - Land - Burg“: Kleine Forscher erkunden Nideggen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
16002005.jpg
Große Unterstützer freuen sich auf kleine Forscher. Gefördert wird das Echy-Projekt von der F.-Victor-Rolff-Stiftung, der Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren, dem Lions-Hilfswerk und der Volksbank Euskirchen. Foto: Burkhard Giesen
16002004.jpg
400 Schüler werden im Mai im Rahmen des europaweiten Kulturerbejahres in einer Projektwoche die Burg Nideggen und insbesondere die Stadtmauer ins Blickfeld rücken und zur Erforschung der Historie beitragen. Foto: Ingo Latotzki

Nideggen. Wenn Mitte Mai 400 kleine Forscher in Nideggen unter dem Motto „Stadt – Land – Burg“ eine Woche lang Spuren der Historie erkunden, dann freut sich Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) schon jetzt auf die Ergebnisse.

Im Rahmen des europäischen Kulturerbejahres 2018 soll das gemeinsame europäische Erbe lokal in den Mittelpunkt gerückt und von Kindern und Jugendlichen aufgespürt werden.

Das Amt für Denkmalpflege beim LVR sieht das nirgendwo besser als in der Stadt Nideggen gegeben: „Nideggen ist prototypisch für die europäische Stadtentwicklung“, betont Andrea Pufke. Die Geschichte vom Herrschaftssitz und der sich um die Burg entwickelnden Stadt, die zudem durch eine Stadtmauer geschützt wurde – das, erklärt die Landeskonservatorin, kann man vor allem deshalb nirgendwo anders so gut erklären, weil es in Nideggen am besten erhalten geblieben ist.

Profitieren von den Angeboten innerhalb des sogenannten Echy-Projektes zum europäischen Kulturerbejahr werden vor allem die Schüler und Jugendlichen – aber nicht nur. LVR-Projektleiterin Dr. Kristin Dohmen: „Wir haben hier den kompletten Mauerring, der Burg und Stadt umschließt“, der aber bislang kaum erforscht ist. „Trotz vieler Vermessungen und Forschungen haben wir selbst noch offene Fragen, die wir nicht beantworten können“, sagt die Landeskonservatorin, die sich von den 400 kleinen Forschern aus Nideggen und Langerwehe durchaus auch Antworten erhofft.

Die Angebote richten sich dabei an Schüler der 3. bis 9. Klassen. Zu entdecken gibt es für die Schüler ganz ungewohnte Aspekte: unentdeckte Mauerreste im Wald etwa, Tonröhren, die in den Mauern stecken, in Stein eingeritzte Gesichter oder alte Steinbrüche. Die zu erforschende Themenpalette ist vielfältig angelegt und wird im Unterricht schon vor der eigentlichen Themenwoche Mitte Mai vorbereitet. „Für die Stadtrallye gibt es beispielsweise eine Karte. Im Unterricht wird den Kindern vorab beigebracht, wie solche Karten zu lesen sind“, erklärt Projektleiterin Kristin Dohmen.

Jugendbauhütte NRW

Gerade weil man in Nideggen so gut erklären kann, wie eine mittelalterliche Baustelle funktioniert hat, will man dies in kleinem Maßstab auch praktisch umsetzen: Es wird unter anderem eine Bauhütte geben, in der von Bauzeichnungen bis zur Analyse des Mörtels gearbeitet werden kann. Begleitet wird das Projekt von der Jugendbauhütte NRW – einer Einrichtung, in der junge Erwachsene ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich des Denkmalschutzes absolvieren können.

Diese Jugendlichen sind dann auch die Aktionspaten der Schüler. Unterstützt wird das Projekt inhaltlich natürlich auch vom Nideggener Burgenmuseum und insbesondere vom Heimat- und Geschichtsverein. Das, was die jungen Forscher herausfinden, soll dann in einer Abschlussveranstaltung präsentiert werden. Dokumentiert wird es zudem von einer Schüler-Film AG. Dass mit diesem Projekt „die Stadtmauer aus Sicht der Kinder und Jugendlichen in Wert gesetzt wird“, freut auch Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp.

Für den Landschaftsverband hat dieses Projekt aber noch einen weiteren besonderen Aspekt. „Wir freuen uns besonders hier mit Kindern arbeiten zu können, weil es auch für uns nicht so selbstverständlich ist, das Thema Denkmalschutz in den Unterricht tragen zu können“, erläutert Sabine Cornelius vom LVR. Die Landeskonservatorin geht deshalb noch einen Schritt weiter. Sie hofft, dass das Nideggener Echy-Projekt keine einmalige Veranstaltung bleibt: „Wir wollen diese Idee, verstärkt mit Kindern zu arbeiten, auch in andere Kommunen tragen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert