Stadt heißt Eltern von Neugeborenen willkommen

Von: Christoph Lammertz
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Uberreicht den Eltern von Neugeborenen in Düren das Willkommenspaket der Stadt: Diplom-Sozialarbeiterin Elke Stöber. Foto: Lammertz

Düren. Sie wird Düren bald kennen wie ihre Westentasche. Elke Stöber wird in der Stadt viel rumkommen. Denn überall dort, wo Familien gerade Zuwachs bekommen haben, möchte die 49-Jährige an der Haustür klingeln.

Elke Stöber ist das ausführende Organ des Besuchsdienst für Neugeborene, den die Stadt Düren gerade eingeführt hat. „Wir haben in Düren bereits ein beachtliches Netz an Hilfen für Familien aufgebaut. Jetzt haben wir es um eine wichtige Facette erweitert”, sagt Bürgermeister Paul Larue. Und er betont gleich, dass der Besuchs- und Informationsdienst ein Hilfsangebot und kein Kontrollvorgang ist.

„Wir haben nach den vielen schlimmen Fällen von Kindesmisshandlungen in unserem Land, die uns alle betroffen gemacht haben, auch in Düren unser Kontrollnetz mit Hebammen, den Krankenhäusern, den Kinderärzten, Kitas und Schulen noch viel enger geknüpft. Um auf Fälle zu stoßen, wo das Kindeswohl gefährdet ist, haben wir andere Mechanismen”, erklärt Jugendamtsleiter Manfred Savelsberg. 150 Hinweise gab es dazu im vergangenen Jahr. In knapp 40 Fällen musste das Jugendamt aktiv werden.

„Mit unserem Besuchsdienst wollen wir nicht dahin, wo es brennt, sondern in alle jungen Dürener Familien, um den neuen Erdenbürgern einen Willkommensgruß auszusprechen und den Eltern zu signalisieren: Wenn ihr uns braucht, sind wir da”, erklärt Bürgermeister Larue die Aufgabe, die Elke Stöber übernehmen wird. Als die Diplom-Sozialarbeiterin nach einer 20-jährigen Familienphase - sie hat fünf Kinder im Alter von elf bis 21 Jahren - im Januar ins Rathaus zurückkehrte, habe man sie gleich für diese wichtige Arbeit ins Auge gefasst.

Dass die Berufsrückkehrerin sich auf ihre neue Aufgabe freut, merkt man ihr an, wenn sie das Konzept des Besuchsdienst vorstellt. Herzstück ist ein Begrüßungspaket, dass Elke Stöber mit Kenntnis, aber auch viel Liebe zusammengestellt hat. Die Eltern, die das Besuchsangebot der Stadt annehmen - ein Termin wird vorher vereinbart - erhalten ein paar Baby-Produkte, Broschüren beispielsweise zum Thema „Sicher schlafen”, ein Kinderliederbuch, ein Malbuch für ältere Geschwister und vieles mehr.

Sehr hilfreich ist das Elternbegleitbuch, in dem sich hinter den Willkommensgrüßen des Bürgermeisters und des NRW-Familienministers Armin Laschet unter anderem ein Wegweiser durch den Behördendschungel findet, Tipps für Alleinerziehende, Hinweise zur Kinderbetreuung, zu Familienbildung- und beratung, eine Adressliste mit allen für Eltern relevanten Einrichtungen und Gutscheine.

Überreichen wird Elke Stöber das Elternbuch und die anderen Geschenke der Stadt in ganz besonderen Papiertüten - lauter Unikaten. Denn in den städtischen Kitas werden normale Stadt-Düren-Taschen von den Kindern mit Begeisterung in bunte Kunstwerke verwandelt.

„Die Prävention steht bei unserem Konzept ganz klar im Vordergrund”, sagt Elke Stöber. Neben den Hilfen, die sie den Eltern handfest überreicht, unterbreite sie bei ihren Besuchen natürlich auch das Angebot, dass sich die jungen Eltern mit Sorgen, Nöten und Problemen jederzeit an die Stadt wenden können. Und wenn sie bei einem Besuch keinen Hilferuf vernimmt, aber den Eindruck, gewinnt, ein Kind könnte gefährdet sein? „Dann werde ich natürlich die zuständigen Stellen informieren, wie es jeder aufmerksame Nachbar auch machen sollte”, sagt Stöber, die hofft, vielleicht nicht für immer Einzelkämpferin zu bleiben.

Denn sollte die Resonanz der Eltern ähnlich gut sein wie in Dormagen - in dieser Stadt wurde das Besuchsdienst-Konzept geboren - dann gibt es viel zu tun. „Nur ein Prozent der Eltern lehnen dort den Besuch ab”, weiß Elke Stöber. Auch deswegen habe man sich am erfolgreichen „Dormagener Modell” orientiert, auf das, daran erinnert Bürgermeister Larue, Heidi Meier-Graß von den Bürgern für Düren Verwaltung und Politik vor längerer Zeit aufmerksam gemacht hatte.
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