Stadt Heimbach ist wieder Herrin der Burg

Von: Franz Sistemich
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Die Stadt Heimbach hat die Bur
Die Stadt Heimbach hat die Burg über eine städtische Immobiliengesellschaft von einem italienischen Investor zurückgekauft, auch um die Zukunft der Internationalen Kunstakademie zu sichern. Foto: Sistemich

Heimbach. Die letzten Genehmigungen trafen unlängst im Rathaus ein. Dann stand fest: Die Burg Hengebach, Sitz der Internationalen Kunstakademie, gehört wieder der Stadt Heimbach. Genauer gesagt: der Stadtentwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft, deren alleiniger Gesellschafter die Stadt Heimbach ist.

Dazu erläuterten Bürgermeister Bert Züll, Investor Andre Marcone und Hubertus Zander, Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, den Rückkauf.

1977 hat der Kreis Düren die Burg für eine Mark an Heimbach abgegeben. Etwas über 30 Jahre später schloss die finanziell klamme Stadt einen Vertrag mit dem italienischen Investor Marcone. Für 99 Jahre ging die Burg, deren Grundstück im Eigentum der Stadt verblieb, an Marcone. Die Kommune schloss darüber hinaus einen zehnjährigen Mietvertrag mit dem Investor für die Kunstakademie, die wiederum über ihren Trägerverein einen gleichlangen Vertrag mit der Stadt vereinbarte. Marcone investierte in die Burg für die Akademie, aber auch für sich und seine Familie: Im Torhaus baute er Räume aus. Und auch im Kavaliershaus bezog er Zimmer.

Dann kam aber 2011 der Rückkauf ins Gespräch. Wie Marcone erläuterte, hätten die Banken Zusagen für sein Engagement in der Burg Hengebach als Folge der Wirtschaftskrise nicht im ganzen Umfang eingehalten, sondern nur noch zu 50 Prozent: „Ich habe aus diesem Grund eine Million Euro zusätzlich ausgeben müssen.” Deshalb habe er die Idee entwickelt, einen Fonds ins Leben zu rufen. Die Gespräche mit Interessenten seien positiv verlaufen. Allerdings sah die Stadt, die vertragsgemäß informiert werden musste, Probleme: „Im Fall des Falles hätten wir nicht nur mit Herrn Marcone, sondern auch mit etlichen Anteilseignern verhandeln müssen.”

Und so nahm im Verlauf der Gespräche zwischen Marcone und Stadt der Gedanke eines Rückkaufs der Burg immer konkretere Formen an: „Wir sind auf ihn zugegangen”, betonte Züll. Der Kreis unterstützte die Überlegungen. Die Kommune gründete ihre Stadtentwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft als Käufer der Immobilie. Hunderte von Details waren zu klären, wie Züll erläuterte. Die Zinsentwicklung begünstigte das Unterfangen. Rund zwölf Monate dauerten die komplizierten Gespräche. Die städtische GmbH nahm zum Rückkauf einen Kredit in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Euro auf.

„Wir brauchten deshalb auch einen langfristigen Mietvertrag mit der Kunstakademie, muss die GmbH doch eine Sicherheit haben”, sagte Züll. Und hier kam der Kreis Düren ins Spiel, dessen Landrat Wolfgang Spelthahn Vorsitzender des Trägervereins der Akademie ist.

Er stellte in Aussicht, dass der Trägerverein einen 30 Jahre dauernden Mietvertrag unterschreibe, damit die Sicherheit gegeben sei. An den Entscheidungen selbst, betonte der Landrat, habe er nicht mitgewirkt, sondern sein Stellvertreter, Kreisdirektor Georg Beyß. Der Kreis zahlt nun jährlich 50.000 Euro an den Trägerverein.

Dies beschloss der Kreistag gegen die Stimmen der Grünen. „Die Stadt hat nun Planungssicherheit, um diese überregional wichtige Akademie zu stabilisieren”, sagte Spelthahn. „In 30 Jahren gehört die Burg wieder der Stadt”, freute sich Züll, der sich aber auch über Kritik von politischer Seite ärgerte: „Wir haben als Stadt Hunderttausende Euro seit 1977 in die Burg gesteckt, sind dabei, die letzten Mauern zu sanieren, während eine andere Burg aus Kreismitteln unterhalten wird.” In Zukunft wird die GmbH aus ihren Miteinnahmen die Burg weiter unterhalten müssen.

Andre Marcone wird auch nach dem Rückkauf in Heimbach bleiben und weiter die Räume im Torhaus bewohnen - zumindest an Wochenenden.
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