Stadt Düren mit Zinswette in der Verlustzone

Von: Christoph Lammertz
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Muss eine negative Zwischenbilanz der Zinswette ziehen: Kämmerer Harald Sievers. Foto: Lammertz

Düren. 160 Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind mit dem Geld der Steuerzahler Zinswetten eingegangen. Teilweise haben sie dabei Millionenverluste gemacht.

Auch die Verantwortlichen im Dürener Rathaus haben am Finanzmarkt spekuliert. Genau einmal, wie Kämmerer Harald Sievers jetzt gegenüber der DZ offen legte.

Dabei geht es um einen 2001 aufgenommenen Kredit über 4,8 Millionen Euro, der bis 2015 abbezahlt wird. Erst dann steht fest, ob die Stadt ihre Wette gewonnen hat oder nicht. Die aktuelle Zwischenbilanz weist einen deutlichen Verlust aus.

Zinswetten - diesen gängigen Begriff für sogenannte „Swap”-Geschäfte hält der Dürener Kämmerer für nicht ganz treffend. Er vermittle den Eindruck, es handele sich um völlig unseriöses wirtschaftliches Handeln. Sievers erklärt das „Swap”-Geschäft deshalb lieber als „Prognose zur künftigen Zinsentwicklung”.

Sein Vorgänger Johannes Geismann sei 2001, um das Wort doch zu benutzen, eine Wette auf die Entwicklung der Zinsen eingegangen. Mit Zustimmung der Politik: Der Stadtrat hatte den Kämmerer damals mit einstimmigem Beschluss dazu ermächtigt, derartige Geschäfte sogar bis zu einer Kreditsumme von 100 Millionen D-Mark zu tätigen. Bei diesen vom Bund der Steuerzahler als „Glücksspiel” und „Zockerei” gegeißelten Aktionen werden meist mit einem dritten Finanzpartner variable gegen feste Zinszahlungen getauscht.

Während die Stadt Düren dabei bis 2003 auf der Gewinnerseite stand und 132.000 Euro „verdiente”, geriet sie zwischen 2004 und 2008 mit 460.000 Euro in die roten Zahlen. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass sich das Blatt bis 2015 wieder wendet.
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