Stadion auch als Leistungszentrum für blinde Fußballer?

Von: Jörg Abels
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Die vom Osnabrücker Rainer Sowadkowsky vorgestellte Machbarkeitsstudie sieht auf der Westkampfbahn ein Stadion mit 5000 Plätzen vor, verschiedenen Trainings-und Tennisplätze sowie Funktionsgebäude. Foto: Abels

Düren. Knapp zwei Monate nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie für das von Landrat Wolfgang Spelthahn initiierte Stadionprojekt auf dem Gelände der traditionsreichen Westkampfbahn an der Mariaweiler Straße laufen die Planungen weiter auf Hochtouren.

„Wir sind zurzeit dabei, den Zuschussantrag ans Land NRW zu formulieren”, erklärte Spelthahn.

Genauer gesagt: Die Beschreibung des Projekts, das im Rahmen der Mitgliedschaft des Kreises Düren im Olympiastützpunkt Rheinland den Jugend- und Frauenfußball in der Region stärken soll, muss so an die Förderrichtlinien angepasst werden, dass der erhoffte 80-prozentige Zuschuss für das 14-Millionen-Euro-Projekt auch fließen kann.

Eine weitere Idee könnte das Vorhaben jetzt zusätzlich beflügeln: die Integration eines Leistungszentrums für behinderte, insbesondere blinde Fußballer, inklusive eines eigenen Internats. „Das würde hervorragend in unser Konzept passen”, begrüßt Wolfgang Spelthahn ausdrücklich die Initiative von Hans-Joachim Zeißig, Geschäftsführer des Dürener Berufsförderungswerks, dem für ein solches Vorhaben in Düren bereits Fördermittel für einen Kunstrasenplatz in Aussicht gestellt wurden.

Was liegt da näher, als die Kräfte zu bündeln? Denn Spelthahn könnte sich vorstellen, dass die blinden Sportler auch von den übrigen Leistungsmerkmalen des Olympiastützpunkts partizipieren können, vom Volleyball oder Badminton beispielsweise.

Wichtiger aber noch: Mit dem Blindenfußball-Leistungszentrum käme Spelthahn dem Ideal näher, das neue Stadion möglichst täglich mit Leben zu erfüllen.

Im Rahmen der Nachwuchsförderung hat der Fußballverband Mittelrhein bereits zugesagt, Lehrgänge und Stützpunktraining in Düren zu zentralisieren, und auch die noch zu gründende DFB-Eliteschule, die im Unterricht und Ganztagsbereich vermehrt Fußballangebote unterbreiten muss, soll das neue Areal nutzen.

Erste Gespräche mit interessierten Schulen will eine eigens gegründete Arbeitsgruppe vom projektkoordinierenden Kreissportbund (KSB) laut Spelthahn unmittelbar nach den Herbstferien führen.

Gleiches gilt für die Sondierungen mit den drei Bundesligisten der Region. Denn offen ist noch, welcher Club Partner der DFB-Eliteschule wird. „Ich freue mich, dass alle drei, der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Alemannia Aachen, Interesse bekundet haben”, betont Spelthahn, der das Schulprojekt möglichst noch in diesem Jahr festzurren will, damit es im WM-Jahr starten kann.

„Grünes Licht” aus Düsseldorf, sprich Gewissheit über die Höhe der Förderung, die Grundlage für die endgültige Dimensionierung des Projekts ist, erwartet Spelthahn im kommenden Frühjahr. Erst danach kann ein genauer Zeitplan zur Umsetzung der ehrgezizigen Ziele aufgestellt werden.

Schon jetzt plant der KSB aber bereits ein Aktionsprogramm, um den noch erforderlichen Eigenanteil mitzufinanzieren. Spelthahn, auch KSB-Vorsitzender, denkt dabei an ein Gastspiel des künftigen Bundesliga-Partners der Eliteschule, aber auch an den FC Bayern München, der dem Fanclub Kreis Düren nach einem Gewinnspiel bekanntlich immer noch ein Freundschaftsspiel schuldig ist.
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