St. Sebastianus-Schützenbruderschaft: Gute Gemeinschaft seit 475 Jahren

Von: Sandra Kinkel
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Ulf Melssen, Hannes Nieveler und Horst Deselaers (v.l.) haben die Belange der Langerweher Schützen fest im Blick. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Immer für das Dorf“, so könnte Horst Deselaers‘ Lebensmotto lauten. Wann immer in Langerwehe Not am Mann ist – Horst Deselaers ist zur Stelle. Beim Frühjahrsputz der Ortsvereine ist er immer einer der ersten, der mit Schaufel und Besen zum Aufräumen bereit ist.

Vor wenigen Tagen hat ihn der Gemeinderat sogar einstimmig zum Ortsvorsteher des Zentralortes gewählt. Doch Deselaers‘ große Leidenschaft ist die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. Seit 45 Jahren ist der 60-Jährige aktives Mitglied, seit 18 Jahren Brudermeister. Und er feiert in diesem Jahr mit den Langerweher Schützen das 475-jährige Bestehen. Die Sebastianus-Schützen gehören zu den zehn ältesten Bruderschaften im Kreis Düren.

Bewegte Geschichte

Die Sebastianus-Schützen blicken auf eine bewegte Geschichte. „Das tatsächliche Alter von Schützenbruderschaften ist oft schwer zu bestimmen, weil es im Mittelalter keine Meldepflicht gab“, so Deselaers. „Wir können aber nachweisen, dass unsere Bruderschaft in verschiedenen Urkunden von 1540 erwähnt ist. Vielleicht sind wir aber sogar noch älter.“

Schon früh wurden in Langerwehe Schützenfeste gefeiert, einmal, nämlich im Jahr 1912, war sogar der deutsche Kaiser Wilhelm II. der Schützenkönig der Töpfergemeinde. Unmittelbar nach beiden Weltkriegen haben die Schützen ihre Tradition wieder aufleben lassen: Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es bereits 1948 in Langerwehe wieder ein Schützenfest mit Umzug gegeben.

Im Laufe der Jahre hat sich die Bruderschaft immer weiterentwickelt. Seit 1978 dürfen Frauen mitmachen, heute hat die Gemeinschaft rund 230 Mitglieder und acht Abteilungen – vom Offizierskorps bis zur Fahnenschwenkergruppe. Horst Deselaers: „Zu unserer Schießabteilung gehören sieben Mannschaften. Das ist sehr viel.“

Trotz leichter Nachwuchssorgen, immer weniger Besuchern beim Schützenfest und Diskussionen um homosexuelle oder muslimische Schützenkönige, die das Schützenwesen in den vergangenen Jahren immer wieder in die Diskussion gebracht haben, hat für Horst Deselaers die Arbeit in der Bruderschaft nichts an ihrem Reiz verloren. „Natürlich weiß ich um diese Diskussionen“, sagt er. „Aber der christliche Glaube ist in unseren Statuten verankert. Das ist unsere Tradition.“

Trotzdem würde auf überregionaler Ebene im Bund der historischen Schützenbruderschaften auch über diese Themen immer wieder diskutiert. „Ich halte es für denkbar“, so Deselaers, „dass es hier irgendwann einmal neue Regelungen gibt.“ Grundsätzlich habe ihn der Schießsport immer sehr interessiert, ergänzt er. Und Hannes Nieveler, Geschäftsführer der Bruderschaft, sagt: „Die Mitglieder der Bruderschaft sind Freunde und manchmal sogar fast schon ein Stück Familie. Die Gemeinschaft ist einfach schön.“

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