St.-Sebastianus-Beruderschaft besteht seit 300 Jahren

Von: Bruno Elberfeld
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Brudermeister Rainer Müller (
Brudermeister Rainer Müller (l.) und Kommandant Hans-Peter Berendes (r.) schmückten Schützenkönig Christian Hürtgen, Schülerprinz Marten Fröhling und Bruderkönig Theo Hürtgen, mit den Insignien der Macht.

Gladbach. Ein Dorf im Fahnenmeer. Besucher mussten erahnen, dass hier am Wochenende etwas ganz Besonderes ablaufen würde. Und richtig, die Gladbacher Schützenbruderschaft St. Sebastianus kann auf 300 Jahre zurückblicken. In Verbindung mit dem Bezirksschützenfestes Düren-Ost wurde das Jubiläum gefeiert.

Brudermeister Rainer Müller hob in seiner Rede beim Festkommers vor zahlreichen Gästen die Werte einer christlichen Schützenbruderschaft hervor. „Glaube, Sitte und Heimat”, sagte Müller, „sind die Inhalte, die wir Schützenbrüder bewahren müssen.” Der Schützenchef verglich die Bruderschaft mit einer Familie, die zusammenhält, in der es aber auch ab und zu mal krachen müsse. Und dann stellte er die grundsätzliche Frage nach der Tradition. Ist Tradition heute noch zeitgemäß? Ist die Bruderschaft im Alter von 300 Jahren für die neuen Medien schon zu alt? „Können wir”, fragte er weiter, „auf Dauer auf die Mitarbeit von Frauen verzichten, zumal diese schon immer einen großen Teil der Arbeit erledigen?” Fragen, die die Gladbacher Bruderschaft weiter diskutieren will.

Zahlreiche Ehrengäste gratulierten den Jubilaren. Unter ihnen Bürgermeister Josef Kranz in Vertretung von Prinz Wittgenstein. Josef Wirtz (MdL) und Dietmar Nietan (MdB) überbrachten Glück- und Segenswünsche ebenso wie Kreisbundesmeister Gottfried Reuter, Bezirksbundesmeister Franz-Josef Hallstein und Diözesanbundesmeister Wolfgang Genenger. Auch Ortsvorsteherin Irmgard Rosbroy reihte sich in die Schar der Gratulanten. Die Schlange der Kurzgratulanten hinter dem Mikrophon war recht lang. Vereine aus dem Ort und der Nachbarschaft, Parteienvertreter, Gladbacher Institutionen, alle waren da und stimmten in die Jubelreden ein. Besonderes Gehör fand Schausteller Jakob Schleifer, der immer wieder zu den Gladbacher Festen vor Ort ist, und das schon seit 65 Jahren. Er erzählte der Festgesellschaft, dass er noch ein Schulbuch besitze, das er als damaliger Wanderschüler in der Gladbacher Volksschule benutzt habe.

Nach Übergabe der Standarte von den St. Jakobusschützen aus Jakobwüllesheim an die Gladbacher Schützen wurden zahlreiche Gladbacher Schützen geehrt.

Das Silberne Verdienstkreuz bekamen Hans-Dieter Fröhling, Stephan Fröhling, Paul Sandig und Rainer Müller. Mit dem „Hohen Bruderschaftsorden” wurden Wolfgang Fröhling und Berthold Schüller geehrt. Das „Sebastianus-Ehrenkreuz” erhielten Hans-Peter Berendes, Heinrich Bille und Christian Groß. Doch zum Schluss der überraschende Höhepunkt: Stephan (Büb) Fröhling sen. darf ab dem Festkommers den Marschallstab tragen. Die Stimmung in der Gladbacher Festhalle schwankte bei der Beförderung Fröhlings zwischen Begeisterung und Gerührtsein. Die Ehrungen nahmen Diözesanbrudermeister Wolfgang Genenger und Bezirksbundesmeister Franz-Josef Hallstein vor. Brudermeister Rainer Müller hatte zuvor schon vereinsinterne silberne und goldene Vereinsnadeln vergeben. Der Musikverein Floisdorf sorgte in der Halle für zünftige Musik. Das Tambourcorps Disternich geleitete die Schützen bei der Standartenübergabe und zum Zapfenstreich.

Zum Programm der 300-Jahr-Feier gehörte auch die Ermittlung der neuen Majestäten. Schülerprinz wurde Marten Fröhling, der schon früh seinen männlichen Verwandten in der Hierarchie der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft nacheifern will.

Die Kette des Schützenkönigs trägt für ein Jahr Christian Hürtgen. Die Würde des Bruderkönigs errang im Jubiläumsjahr Theo Hürtgen. Kommandant Hans-Peter Berendes und Brudermeister Rainer Müller überreichten die Insignien der Würde an die neuen Majestäten vor dem Kriegerdenkmal unmittelbar vor der Kirche.
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