Vlatten - St. Michaelskapelle: Neues Geläut dank Spenden finanziert

St. Michaelskapelle: Neues Geläut dank Spenden finanziert

Von: Gudrun Klinkhammer
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Mit neuem Klang: Die St. Michaelskapelle auf dem Lützenberg. Foto: Klinkhammer
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Die historischen Glocken sind noch dieselben, die Elektrik ist neu. Foto: Klinkhammer
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Michael Porta präsentiert stolz die neue Läutanlage der St. Michaelskapelle. Die alten Elektromotoren liefen nicht mehr rund, weshalb Glocken und Turm Schaden hätten nehmen können. Foto: Klinkhammer

Vlatten. Glaubt man der Sage um die St. Michaelskapelle auf dem Lützenberg, dann hat der Teufel persönlich ein für allemal die Nase voll von diesem Pflaster. Führte er doch Böses im Schilde, um den Bau des Gotteshauses hoch über Vlatten gelegen zu verhindern. Doch kannte der Satan bis dato die Kraft des Heiligen Michaels und dessen Schwerts noch nicht.

Erbaut wurde die kleine Kapelle auf dem Lützenberg wohl im frühen 13. Jahrhundert, zumindest wurde sie damals urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Das Kirchenschiff war zunächst größer als das, was heute auf dem Berg zu finden ist. Davon zeugen alte Fundamente, die aus dem Gras herausschauen. Um 1910 war die Kapelle so zerfallen, dass nur noch der Chorraum samt seiner kostbaren Deckengemälde vorhanden war. Die Fresken, die immer noch sichtbar sind, stammen aus dem 15. Jahrhundert.

1912 wurde an die alte Apsis ein neues Kirchenschiff mit Turm angebaut. Darin schwebt eine Glocke mit der Aufschrift „Sanctus Michiel heischen ich, Gregorius von Trier gous mich anno 1499“. Die 270 Kilogramm schwere Glocke klingt in cis. Eine zweite, 140 Kilogramm schwere Glocke von 1934, die exakt über der alten Glocke im Turm hängt, klingt in dis.

„Vor 50 Jahren wurde die Elektrik eingebaut, mit der die Glocken mechanisch geläutet werden konnten“, sagte Michael Porta bei einer Besichtigung der Kapelle. Porta, Mitglied des Kirchenvorstands, präsentierte nun stolz eine Läutanlage mit neuer Elektrik und neuen Seilen. „Für die alte Elektronik gab es keine Ersatzteile mehr, und die Elektromotoren liefen inzwischen unrund“, erläuterte er und wies auf die Gefahr hin, die sich daraufhin ergab. Denn Glocken, Glockenstuhl und letztendlich auch der Turm hätten deswegen schweren Schaden nehmen können.

Nun bietet allerdings das Bistum kaum noch finanzielle Unterstützung, und schon gar nicht für kleine Kapellen. Porta sagte enttäuscht: „Das Bistum gibt wirklich gar nichts mehr, solche Dinge sind denen egal.“ Also schlossen sich die rund 700 Gemeindemitglieder zusammen und sammelten. 2000 Euro gab die Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren, deren Vorsitzender Landrat Wolfgang Spelthahn ist. 500 Euro steuerte die Volksbank Heimbach bei, hinzu kamen Gelder von Kollekten und regional ansässigen Spendern.

Nach anderthalb Jahren des Suchens, Fragens und Sammelns war es dann soweit: Die Läutanlage samt Seilen und weiteren Hilfsmitteln wurde erneuert. Somit ist der Bestand der Kirche und deren Messen, die einmal pro Monat im Sommer stattfinden, zunächst für längere Zeit gesichert.

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