St.-Lambertus-Schützen feiern Jubiläum

Von: Sandra Kinkel
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Insgesamt machen 25 Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 18 Jahren bei den Jungschützen in Morschenich mit. Alle freuen sich auf das große Jubiläumsfest Mitte Juni. Foto: Sandra Kinkel

Morschenich. Timo Jansen muss nicht lange überlegen. „Ich bin gerne bei den Schützen“, sagt der 18-Jährige, „weil ich den Teamgedanken, der hier herrscht, gut finde.“ Und Timos Schwester Kimberley (16) ergänzt: „Ich mache bei den Schützen mit, weil meine ganze Familie hier aktiv ist. Das gehört einfach dazu.“

Timo und Kimberley Jansen wohnen im Merzenicher Ortsteil Morschenich. Und genau wie 23 andere Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 18 Jahren machen sie mit großer Begeisterung bei den Morschenicher Jungschützen mit. „Wir treffen uns zweimal im Monat, um unsere Schießübungen zu machen“, erzählt Nico Wirtz (14). „Aber wir sind auch untereinander sehr gut befreundet und feiern zum Beispiel zusammen Geburtstag.“

Die Morschenicher Jungschützen haben eine ziemlich bewegte Geschichte. Von Anfang an hatten die Nachwuchs-Schützen eine eigene Prinzenkette, ein Jahr nach der Gründung gab es eine eigene Jungschützenfahne. 1974 wurde eine Mannschaft für sportliches Schießen in Morschenich gegründet, seitdem sind die Morschenicher regelmäßig bei den Schießwettbewerben des Bundes Deutscher Schützenjugend mit dabei.

„In den 70er Jahren“, erzählt Engelbert Linck, Präsident der Schützenbruderschaft, „war unsere Jugendabteilung so stark angewachsen, dass unter der Führung der Bruderschaft sogar ein Kindertambourkorps aufgebaut wurde. Und das gibt es trotz einiger Umstrukturierungen auch heute noch.“

Für Timo und Kimberley Jansen sowie Celine und Nico Wirtz ist das Schützenwesen keinesfalls ein altmodisches Hobby. „Im Gegenteil“, sagt Kimberley. „Das ist sogar ziemlich cool. Das ist ein Hobby, das wirklich nicht jeder macht.“ Und Bruder Timo ergänzt: „Beim Schießsport muss man wirklich sehr viel trainieren. Es kommt auf Konzentration, aber auch auf die richtige Atmung an. Grundsätzlich gefällt mir, dass wir auch an Wettkämpfen teilnehmen.“

Darüber hinaus besuchen die Jungschützen zusammen Schützenfeste anderer Bruderschaften, es gibt Zeltlager, gemeinsame Ausflüge. Kimberley Jansen: „Das wichtigste Fest für uns ist natürlich unser eigens Schützenfest im Juni. Aber wir gestalten für das ganze Dorf auch immer die Mainacht.“

Überhaupt, erzählt die Schülerin, sei es wichtig, sich in so einem kleinen Dorf wie Morschenich für die Allgemeinheit zu engagieren. Das sieht Michael Dommes (43), der die Jungschützen betreut, ähnlich. „Um im Schützenbereich mit Jugendlichen arbeiten zu können, brauchen wir ausgebildete Trainer, die sehr viele Auflagen erfüllen müssen.“

Neben dem Schießen, sagt Michael Dommes, lernten Jugendliche bei den Schützen, vernünftig miteinander umzugehen. „Bei uns geht es auch um Disziplin und ein gutes Sozialverhalten.“

Wie lange sie ihr Schützenfest noch in Morschenich feiern können, wissen die jungen Leute von den Jungschützen nicht so genau. Morschenich ist ein Ort, der in einigen Jahren dem Tagebau zum Opfer fallen wird. „Wir denken“, sagt Kimberley Jansen, „dass wir noch zwei Jahre hier in Morschenich feiern können.“ Was die Jungschützen aber jetzt schon wissen ist, dass sie auf jeden Fall zusammenbleiben wollen. „Das ist uns besonders wichtig“, sagt Nico Wirtz (14).

„Wir müssen ganz neu anfangen“, ergänzt Timo Jansen. „Meine Familie lebt in der sechsten Generation in Morschenich. Wenn unser Dorf weggebaggert wird, können wir nie mehr zurück in die alte Heimat. Das ist nicht einfach.“ Um so wichtiger, dass die Freunde von den Jungschützen zusammenbleiben. Nachgefragt

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