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St. Elisabeth: Weitere Gebäude stehen zur Disposition

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Ideen und Investoren gesucht: Auch für das Rölsdorfer Jugendheim soll eine neue Nutzung gefunden werden. Foto: Stephan Johnen

Rölsdorf. Nicht nur die Rölsdorfer Nikolauskirche steht auf der „roten Liste“. Nach Informationen unserer Zeitung sind auch andere Immobilien in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Elisabeth betroffen.

In Birgel stehen offenbar das Pfarramt und das Pfarrheim zur Disposition, in Rölsdorf das Jugendheim, in Gürzenich das Pfarramt, das Gemeindezentrum, die ehemalige Bücherei und die Schlosskapelle, in Lendersdorf die Michaelstube. Die Rölsdorfer Nikolauskirche ist allerdings das einzige Gotteshaus auf der „roten Liste“.

Ingo Schloemer, Mitglied des Kirchenvorstandes, hatte am Freitag bei der Mundartmesse in Rölsdorf die Botschaft verkündet, dass es für Reparaturen oder Umbaumaßnahmen kein Geld mehr gebe. „Planungsmäßig würde dies mittelfristig die Schließung der Nikolauskirche bedeuten“, sagte er. Grund seien die Einsparungen im Rahmen des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM). Vorgabe ist es, bistumsweit 33 Prozent bei den Instandhaltungskosten einzusparen.

Im Frühjahr 2013 hatte der entsprechende Ausschuss in der GdG seine Arbeit aufgenommen. Dem Gremium gehören jeweils ein Mitglied aller Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände sowie Vertreter des Kirchengemeindeverbandes sowie das Pastoralteam der GdG an. Ziel der Arbeit war es, Gebäude zu benennen, die künftig für das pastorale Handeln verzichtbar sind, um 33 Prozent der Instandhaltungsrücklage, also etwa 53.000 Euro pro Jahr, einzusparen. Der Entschluss, welche Gebäude in der GdG St. Elisabeth auf die Einsparliste gesetzt werden, fiel offenbar bereits im Dezember.

Im kommenden Pfarrbrief sollen die Gemeindemitglieder über die Entscheidung informiert werden. Der Text liegt unserer Zeitung vor. Pfarrer Hans Tings spricht darin von einem „für alle Beteiligten“ harten und schwierigen Weg: „Ein Drittel Einsparungen zu erzielen ging nicht ohne schmerzhafte Entscheidungen.“ Im Brief an die Gemeindemitglieder heißt es: „Die Nutzung der Gebäude kann zunächst fortgeführt werden, bis eine neue Nutzung gefunden ist.“

Auch die Kirche werde nicht „morgen geschlossen“. Allerdings gelte es, sich mit der Zukunft der Kirche „offensiv auseinanderzusetzen“. Tings bittet darum, bei allen „wehtuenden Entscheidungen“ auch in Zukunft gemeinsam den Blick in die Zukunft zu richten. Er appellierte auch an das Bistum, den Gemeinden zu helfen. Der Bau beispielsweise eines Pfarrzentrums für die gesamte GdG könne nicht vor Ort finanziell gestemmt werden.

„Jetzt kann man resignieren, wütend sein oder schimpfen“, sagte Info Schloemer am Montag auf Nachfrage. „Das hilft aber nicht wirklich weiter.“ Ohne die Kirche verliere der Stadtteil seine Seele, befürchtet er, doch soweit will er es gar nicht kommen lassen. „Die Substanz des Gebäudes ist gut“, sagt er. Ein Förderverein soll das Rölsdorfer Wahrzeichen sichern. „Wir sind dabei auf die Solidarität aller Gemeinden angewiesen“, wirbt er in der GdG um Unterstützung für das Vorhaben.

Wichtigster Punkt sei der Erhalt des Gebäudes, das 1929 an der Gürzenicher Straße entstand. Auch ein Gebetsraum soll der Gemeinde erhalten bleiben. Schloemer schwebt vor, sich mit Planern und Architekten an einen Tisch zu setzen, um Möglichkeiten zum „behutsamen Umbau“ des Gotteshauses zu finden. „Wir wollen auch Gemeinschaft aufbauen und Aktivitäten entfachen“, betonte er. Bereits am Wochenende hätten sich viele Rölsdorfer bei ihm gemeldet. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung für den Erhalt der Kirche finden.“

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