Düren - St. Bonifatius: Denkmalschützer akzeptieren Kita-Pläne

St. Bonifatius: Denkmalschützer akzeptieren Kita-Pläne

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Das lichtdurchflutete Kirchenschiff von St. Bonifatius soll seinen Charakter behalten, aber mit einem „Haus in Haus“ ergänzt werden. Foto: Jörg Abels

Düren. Die Würfel scheinen gefallen. Die Pfarrkirche St. Bonifatius soll Heimat einer neuen Kindertagesstätte werden. Die neuen Pläne der Pfarre St. Lukas stoßen anders als frühere, die Wohnungen vorsahen, bei der Unteren Denkmalbehörde auf weitgehende Zustimmung, auch wenn Details noch geklärt werden müssen.

Eine Kita-Nutzung unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange sei möglich, betont Heike Kussinger-Stankovic von der Stadt Düren. Eine „Haus in Haus“-Lösung mit zwei Ebenen könne den lichtdurchfluteten Charakter des Kirchenschiffes bewahren.

Weiter Gottesdienste möglich

Die Kita, geplant ist eine Einrichtung mit vier Gruppen, soll aber nicht nur im Innenraum der Kirche entstehen. Eine Gruppe könnte in der Sakristei untergebracht werden. In der Krypta unter dem Altar, die zurzeit als Abstellraum genutzt wird, sieht Pfarrer von Danwitz bereits einen Motorikraum.

Der Rest des Kirchenschiffes soll multifunktional genutzt werden, wochentags zum Beispiel als Spielfläche für die Kita-Kinder, an den Wochenenden auch als Gottesdienstraum. Die Detailplanungen laufen und sollen im ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein. Das Okay der Stadt und eine Lösung der noch ungeklärten Frage der Trägerschaft vorausgesetzt, könnte die neue Einrichtung mit Beginn des Kindergartenjahres 2017/2018 ihren Betrieb aufnehmen.

Stadtteilprägenden Charakter beibehalten

Der Bedarf im Dürener Osten ist mehr als vorhanden, wie Bürgermeister Paul Larue betont. Er freut sich zudem, dass St. Bonifatius auch mit der neuen Nutzung seinen stadtteilprägenden Charakter behalten wird. Denn: Am äußeren Erscheinungsbild soll sich nichts ändern, betont von Danwitz.

Für die Denkmalpfleger des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ist die anstehende Umnutzung der 1952/53 vom Würzburger Architekten Albert Boßlet entworfenen Kirche St. Bonifatius ein Beispiel für eine Vielzahl anstehender Umbauten bei Nachkriegskirchen im Rheinland. Einige – wie St. Bonifatius – sind bereits denkmalgeschützt, andere noch nicht. Dr. Godehard Hoffmann (LVR) spricht von rund 1200 Nachkriegskirchen im Rheinland. Geht man davon aus, dass – wie im Bistum Aachen – ein Drittel aller kirchlichen Gebäude mittelfristig umgenutzt werden sollen, stehen viele Pfarren noch vor großen Herausforderungen. Die Dokumentation (siehe Info) des Denkmaltages kann eine Hilfestellung bieten.

Welche Nachkriegskirchen denkmalwürdig sind

Heike Kussinger-Stankovic empfiehlt auf jeden Fall allen Kirchenvorständen, sich bei Umnutzungsplänen frühzeitig mit der Denkmalbehörde in Verbindung zu setzen, auch wenn die Kirchen aktuell noch nicht in die Denkmalliste eingetragen sein sollten. Der Prozess, welche Nachkriegskirchen denkmalwürdig sind, ist längst noch nicht abgeschlossen.

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