Düren - St. Bonifatius: Beginnen die Planungen wieder bei Null?

St. Bonifatius: Beginnen die Planungen wieder bei Null?

Von: Stephan Johnen
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Die Zukunft der Bonifatiuskirche ist weiter unklar. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die Pfarre St. Lukas plant barrierefreie Wohnungen in der Bonifatiuskirche. Ob diese Pläne aufgehen, bleibt offen. Am Mittwoch, 13. Mai, beschäftigt sich das Oberlandesgericht Köln mit der grundsätzlichen Frage, ob für den Umbau eine Zustimmung der Erben des Architekten nötig ist.

Diese hatten Einspruch gegen die Pläne eingelegt und sich auf das Urheberrecht des Architekten Albert Boßlets berufen, das 70 Jahre nach dem Tod erlischt, also im Jahr 2027. Nun zeichnet sich ab, dass es im Fall eines Bauantrags auch kein Einvernehmen mit dem Denkmalschutz geben könnte.

Dr. Andrea Pufke vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland befürchtet, dass der Denkmalwert der Kirche untergehen könnte, wenn sie „zu stark ausgebaut“ wird. „Wir waren leider nicht so frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden“, bedauert die Landeskonservatorin. Sie lädt die Pfarre zu Gesprächen ein, um gemeinsam eine Möglichkeit für eine Umnutzung zu finden.

„Wir warten den Ausgang der Verhandlung ab“, sagte Pfarrer Hans Otto von Danwitz. Er ist überzeugt, dass auch bei einem Umbau der historischen Substanz Rechnung getragen werde. Er betonte, dass die Kirche unter Denkmalschutz gestellt wurde, als die Planungen bereits abgeschlossen waren. „Trägt der Landschaftsverband nun die Kosten?“, fragte Hans Otto von Danwitz zugespitzt. Diese Kritik weist die Landeskonservatorin zurück. Bereits seit Jahren nehme ihr Amt mehr als 1300 in der Nachkriegszeit gebaute Kirchen unter die Lupe und untersuche deren Denkmalwürdigkeit. Das Bistum Aachen sei über diese Untersuchung informiert gewesen. Auch eine Begutachtung der Kirchen der Zwischenkriegsjahre sei noch nicht abgeschlossen. „Die Kirche St. Nikolaus in Rölsdorf muss noch genauer betrachtet werden“, nennt Dr. Oliver Meys vom LVR-Amt ein Beispiel. Dort steht ebenfalls die Idee einer Umnutzung/eines Umbaus im Raum.

„Es ist Spekulation, zu diesem Zeitpunkt darüber nachzudenken, ob wir die Pläne, die von der Stadt begrüßt werden, nicht weiter verfolgen“, sagte Hans Otto von Danwitz. Je nach Ausgang der Gerichtsverhandlung solle das Gespräch mit dem Denkmalschutz gesucht werden – oder grundsätzlich neu überlegt werden, was mit der Bonifatiuskirche geschehen soll. „Wir werden womöglich auch über eine Schließung und einen Verkauf nachdenken müssen“, sagte von Danwitz.

Eine weitere Möglichkeit bringt der Förderverein der Kirche ins Spiel, der sich nach Protesten gegen eine Umwandlung oder einen Verkauf gegründet hatte. Die Mitglieder sprechen sich dafür aus, unter der Orgelempore einen barrierefreien Versammlungsraum zu schaffen. Ähnlich wie in der Marienkirche soll so eine duale Nutzung als Sakral- und Veranstaltungsraum möglich sein. Eine Teeküche, ein Büro und Toiletten würden die flexible Nutzung ergänzen. „Wir haben bereits den Kontakt zu den Erben des Architekten gesucht“, sagte Peter Lochner vom Förderverein. Der Verein sichere zudem zu, für alle Reparaturkosten aufzukommen.

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