Düren - Spuren alten Lichts in der Galerie Lutz Rohs

Spuren alten Lichts in der Galerie Lutz Rohs

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Fotografierender Bildforscher: Elmar Mauch stellt in Düren seine Fotografien und Collagen aus.

Düren. Flohmärkte sind Massengräber. Bergeweise stapeln sich auf manchem Händlertisch Fotografien verstorbener Menschen, vergessener Familienfeiern, aussortierter Bekanntschaften. Kistenweise wird das angegilbte Gedächtnis ganzer Generationen vor der unwiderruflichen Vernichtung im Papierwolf noch einmal kurz ins Bewusstsein potenzieller Käufer gerückt.

Elmar Mauch ist ein Käufer. Der Künstler ist ein Suchender auf den Spuren des alten Lichts. Ein Bildforscher.

Die Magie des Augenblicks

„Diese Moment-Aufnahmen haben etwas Magisches”, sagt der in Dortmund und Zürich lebende Fotograf, der mit seiner Ausstellung „Dr. Mauch, Obi-Wan und die Anderen” derzeit in der Galerie Lutz Rohs zu sehen ist. Mauch sammelt das historische Bildmaterial - um die bereits abgeschlossenen Geschichten in seinen Collagen fortzuschreiben.

Fesselballons kombiniert er beispielsweise mit Eindeckern in Formationsflug, ältere Damen bei Schießübungen mit der Staatsgewalt. Sein Grundmaterial sind Augenblicke, die Menschen einst für wichtig hielten - und sie festhielten. „Die Bilder bieten Potenzial, über Sachen nachzudenken”, sagt Mauch. Kunst solle schließlich etwas im Menschen bewegen.

Festhalten, was den Stadtmenschen in der Konfrontation der Weite der Natur bewegt, möchte Elmar Mauch mit seiner zweiten Werkgruppe, den „Naturen”. Der Betrachter wird von den Farbfotografien zunächst erschlagen, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. „Für manche Menschen ist es ein Trauma, in der Natur auf sich selbst zurückgeworfen zu sein”, sagt Mauch. Er selbst empfinde dabei nur eines: grenzenlose Freiheit.

Schicht für Schicht, Baum für Baum, Busch für Busch, bricht Mauch den vermeintlichen Ur-Wald auf. Er arbeitet mit Texturen, lässt den Wald zu einer Komposition aus Bausteinen werden. Mauch montiert Natur - und lässt sich gleichzeitig auf sie ein. Darauf komme es an, sagt er. Auf die Bereitschaft, die absolute Kontrolle über (vorgefertigte) Gedanken auch einmal abzugeben, auf den Pfaden des Lichts zu wandeln. „Ein Bild soll etwas mit dem Betrachter machen”, findet Mauch. Und wenn nichts geschieht? Dann gibt es noch den Trödelmarkt...

Die Ausstellung „Dr. Mauch, Obi-Wan und die Anderen” ist bis zum 4. Juli in der Galerie Lutz Rohs, Yorckstraße 3, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags von 16 bis 21 Uhr, mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr.
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