„Springmaus”: Wo Frauen schnurren und Männer röhren

Von: Hannes Schmitz
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Waren bei ihren Sketchen und S
Waren bei ihren Sketchen und Spielszenen um gute Stimmung bemüht, was meistens auch gelang: das Bonner Improvisationstheater Springmaus. Der Zuschauerbesuch im Haus der Stadt war allerdings gering. Foto: Schmitz

Düren. Wenn Frauen schnurren und Männer röhren, kann es schnell zu einem intimen Abend werden, der „unter der Decke” endet. Das Gegenteil war aber im Haus der Stadt der Fall. Alles blieb öffentlich, und man landete „im Bett mit der Springmaus”.

Das Quartett auf der Bühne präsentierte sich hintersinnig, offensichtlich zunächst scheinbar ohne Plan, dafür aber mit Tempo, Spontaneität und Schlagfertigkeit. Bis zur Pause waren die Mäuse so, wie man sie kennt, quicklebendig und vorwitzig, mit wahnwitzigen Kalauern und irren Wortgefechten sowie verrückten Spielszenen.

Professionelle Arbeit

Prompt und flink wurden Zurufe aus den Publikumsreihen umgesetzt. Aus anfänglichem Lächeln wurde Lachen, aus Erheiterung so manches Schenkelklopfen. Witz und Spielfreude kamen nicht zu kurz, Zuschauerwünsche wurden in schräge Sketche, skurille Balladen, bayerische Krimis, die durch ihre Unverständlichkeit glänzten, und merkwürdige Western umgesetzt.

Obwohl die Akteure über eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz verfügten und gekonnt zwischen heftig, laut und leise agierten, wirkte manches beim näheren Hinsehen überzogen, eher marktschreierisch. Das Ensemble arbeitete professionell, doch fehlte ein wenig der letzte Schwung, der alle Funken im Publikum entzündet hätte. Vor allem nach der Pause flachte das Programm stark ab. Und man musste schon überzeugter Springmaus-Fan oder Erstbesucher einer solchen Veranstaltung sein, um bei den bemüht wirkenden „Improvisationen” über ein zeitweiliges Schmunzeln hinauszukommen.

Eine schier unendliche Geschichte spielte sich um vier Geschehen ab, die das Ensemble vorgegeben hatte und die das Publikum weiterspinnen sollte. Von Szene zu Szene sollten dann die Zuschauer entscheiden, welche Story zu Ende gespielt wurde. Der Gag der Sache: bei einer Szenenfolge wurde das Leben eines Nideggener Ehepaares nachgespielt, der Rest war trivial überflüssig und lief nach dem Motto ab: „Witz komm raus, du bist umzingelt”.

In weiten Bereichen war es, trotz vieler Längen in dem mehrstündigen Programm, ein unterhaltsamer Abend. Viel Beifall gab es für die Vier auf der Bühne (Vera Passý, die aus Düren stammt, Gilly Alfeo, Norbert Frielung und Alexis Kara), die sicherlich über den Zuschauerbesuch enttäuscht waren. So manche Stuhlreihe im Haus der Stadt blieb leer. Gab es in jüngster Zeit zu viele Gastspiele der Bonner in Düren?
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