Sprachkurse: Angebot deckt Nachfrage längst nicht ab

Von: Katrin Fuhrmann
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Bildnummer: 53881772 Datum: 30.11.2004 Copyright: imago/Becker&Bredel Sprachkurse für Einwanderer in Deutschland. Mangelnde Sprachkenntnis und geringe Akzeptanz der deutschen Lebensweise wird vielen Zuwanderern vorgeworfen. Zuwanderung, Einwanderung, Asyl, Deutschkurse für Ausländer, Deutschkurs, Leitkultur, Symbol. Symbolfoto kbdig xkg 2004 quer o0 Konjugation, konjugieren, Deutsch lernen, Sprache, Kopftuch o00 Sprachkurs Bildnummer 53881772 Date 30 11 2004 Copyright Imago Language courses for Immigrants in Germany lack and Low Acceptance the German Way of life will many accused Immigration Immigration Asylum German courses for Foreigners German course Leitkultur symbol Symbolic image Kbdig xkg 2004 horizontal o0 Conjugate Conjugation German Learn Language Headscarf o00 Language course
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Svenja May vom „Integration Point“ der Agentur für Arbeit. Foto: Fuhrmann

Kreis Düren. Deutlich mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen. Mehr als 3300 von ihnen sind zurzeit im Kreis Düren untergebracht. Die Asylsuchenden hoffen in Deutschland vor allem auf Zuflucht, Schutz und vielleicht auf eine neue Heimat.

Die Sprachbarriere ist dabei häufig eine große Hürde. Dabei ist das Erlernen der deutschen Sprache ein wichtiger Schritt zur Integration in die Gesellschaft und ein ebenso wichtiges Puzzle-Teil auf der Suche nach Arbeit.

„In den Notunterkünften gibt es ein niederschwelliges Angebot für Sprachkurse. Den Asylsuchenden wird ein gewisses Basiswissen vermittelt, damit sie sich beispielsweise bei Arztbesuchen und Behördengängen verständigen können“, erklärt Svenja May vom sogenannten „Integration Point“ (Integrationspunkt) der Agentur für Arbeit Düren. Das Angebot reiche aber längst nicht aus. In Düren gebe es weniger als 30 Deutschkurse. Es fehle an Personal, aber auch an geeigneten Räumen.

Ein weiteres Problem ist, dass nur Menschen aus Herkunftsländern, die offiziell als unsicher eingestuft werden, das heißt aus Syrien, dem Iran, Irak und Eritrea, während des Asylverfahrens an staatlich finanzierten Deutschkursen teilnehmen können. Menschen aus anderen Ländern, die nur ein geringe Chance auf eine Aufenthaltsgenehmigung haben, bleiben Deutsch- und Integrationskurse verwehrt. Das ist gesetzlich geregelt.

Auf lokaler Ebene herrscht Einigkeit, dass Sprachkurse in jedem Fall dazugehören. „Jeder Asylsuchende, der zu uns kommt, muss Deutsch lernen. Ansonsten hat er es hier sehr schwer“, sagt Dürens Sozialamtsleiter Christian Sanfleber. Manche Asylverfahren dauerten mehrere Monate, einige sogar mehrere Jahre. Es könne nicht sein, dass die Asylsuchenden in dieser Zeit nur auf das Basiswissen zurückgreifen können. Doch Möglichkeiten und Alternativen gibt es kaum. Auch die Kommunikation zwischen der Stadt und Bildungsträgern könne noch verbessert werden, sagt Christian Sanfleber. Die Situation sei immer noch für alle Beteiligten neu.

Einige Ehrenamtler versuchen zu helfen und nehmen die Sache selbst in die Hand, organisieren Sprachkurse. Dieses freiwillige Angebot könne aber nicht in jedem Fall mit der Intensität der offiziellen Deutschkurse – beispielsweise an der Volkshochschule (VHS) oder jenen der Evangelischen Gemeinde zu Düren – verglichen werden. „Wir bieten zurzeit 14 Integrationskurse für maximal 25 Menschen pro Kurs an“, sagt Regina Debus, Fachbereichsleiterin der VHS Rur-Eifel. Vorab müssten alle Asylsuchenden einen Einstufungstest machen. Das führe häufig zu langen Wartezeiten, denn nicht jeder sei auf dem gleichen sprachlichen Niveau.

Das bestätigt auch Svenja May vom Integrationspunkt der Agentur für Arbeit in Düren. „Einige Asylbewerber können nicht schreiben oder lesen, andere wiederum sind Akademiker und fühlen sich hier dementsprechend unterfordert.“ Aus Frustration und häufig aus Scham und Angst brechen einige die Sprachkurse wieder ab, weiß Svenja May. Aus Unwissenheit belegen manche auch parallel zwei Kurse – damit nehmen sie anderen wiederum die Chance, die Sprache zu lernen. Probleme gibt es einige, Lösungen dafür kaum.

Auch kurzzeitige Angebote decken die Nachfrage längst nicht ab. Sie sind aus Sicht von Experten aber wichtig, um den Asylsuchenden Perspektiven zu bieten. Schließlich sei der nächste Schritt der Integration die Eingliederung in den Arbeitsmarkt. „Die Motivation der Flüchtlinge, die deutsche Sprache zu lernen, ist bei den meisten groß. Die bürokratischen Hürden machen den Weg aber für viele Menschen zu schwer“, sagt Svenja May.

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