Sportschießen: Mit Vorurteilen aufräumen

Von: Jörg Abels
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Dittmar Gerwien erklärt, dass es für Sportschützen alles andere als einfach ist, in den Besitz einer eigenen Waffe zu gelangen. Foto: Abels

Düren/Drove. Dittmar Gerwien ist Sportschütze mit Leib und Seele. Der 66-Jährige ist mehrfacher Deutscher Meister und gleichzeitig Bezirks- und Kreisvorsitzender der Sportschützen. Um so mehr ärgert ihn das Image, das Sportschützen in Teilen der Öffentlichkeit genießen: „Vor allem immer dann, wenn bei einem Amoklauf eines kranken, verwirrten Täters Menschen zu Schaden oder sogar zu Tode kommen“.

Es sei für angehende Sportschützen alles andere als leicht, in Deutschland legal eine Schusswaffe zu erwerben, betont Gerwien, es sei vielmehr ein „dorniger Weg“, den es zu beschreiten gelte. Gerwien, der als Bezirksvorsitzender auch die erforderlichen Sachkundelehrgänge leitet, weist darauf hin, dass Sportschützen bevor sie eine Waffenbesitzkarte (WBK) erhalten, nicht nur volljährig – je nach Waffenart auch älter – sein müssen.

Sie müssten auch ihre Zuverlässigkeit, ihre persönliche Eignung und die notwendigen Fachkenntnisse im Umgang mit Schusswaffen nachweisen. Unzuverlässig ist nach dem Waffengesetz, wer aufgrund eines Verbrechens oder einer vorsätzlichen Straftat verurteilt wurde. „Die sehr umfangreiche Aufzählung umfasst auch politische Handlungen, die staatsfeindliche Ziele verfolgen oder gegen die Gedanken der Völkerverständigung verstoßen“, erklärt Gerwien.

„Auch die bloße Mitgliedschaft in derart ausgerichteten Vereinigungen führt regelmäßig zur Aberkennung der Zuverlässigkeit.“ Gleiches gelte für Verstöße gegen das Waffen-, das Sprengstoff- und das Bundesjagdgesetz. Ungeeignet sei, wer geschäftsunfähig ist, alkohol- oder drogenabhängig, psychisch krank oder debil ist. „Bei Zweifeln an der persönlichen Eignung kann vom Antragsteller ein Gutachten verlangt werden, das die Eignung nachweist“, erklärt Gerwien weiter.

Und nicht zuletzt muss neben der Sachkunde auch das Bedürfnis nachgewiesen werden. Das heißt: Der Antragsteller muss genau erklären, warum er eine Sportwaffe besitzen möchte. „Voraussetzung ist, dass er ein Jahr lang regelmäßig im Verein trainiert“, erklärt der Bezirks- und Kreisvorsitzende. „Das nimmt keiner auf sich, nur um in den Besitz einer Waffe zu kommen“, ist er überzeugt. Im Übrigen, betont Gerwien, wäre ein solches Vorhaben auch leicht zu durchschauen.

Erst wenn der Verband bestätige, dass die sportlichen Voraussetzungen inklusive des Sachkundenachweises vorliegen, könne der Sportschütze eine Waffenbesitzkarte beantragen. Und auch nach Ausstellung des Dokuments gehe die Überprüfung weiter, betont Gerwien. Spätestens nach drei Jahren werde überprüft, ob der Schütze noch die Voraussetzungen erfüllt.

Das heißt, ob er die Waffe noch für den Sport benutzt. „Der Verein ist zudem verpflichtet, ausgeschiedene Mitglieder, die Inhaber einer Waffenbesitzkarte sind, unverzüglich der zuständigen Behörde zu melden“, erklärt der Experte weiter. Für ihn steht daher fest: „Sportschützen werden umfassend auf ihre Eignung als Waffenbesitzer geprüft. Bis zum Besitz einer eigenen Sportwaffe vergehen vom Eintritt in den Verein bis zur behördlichen Genehmigung in der Regel 15 Monate.“

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