Kreis Düren - Sponsoring im Amateur-Fußball: Ohne zahlungskräftige Helfer läuft nichts

Sponsoring im Amateur-Fußball: Ohne zahlungskräftige Helfer läuft nichts

Von: Sandra Kinkel
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Walter Schäfer und Guido Scheen (von links) vom TuS 08 Langerwehe freuen sich, dass sie einen Sponsor für die Namensrechte des neuen Kunstrasenplatzes gefunden haben. Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. Das Sportgelände des TuS 08 Langerwehe an der Alten Kirche heißt seit der Fertigstellung des Kunstrasenplatzes vor wenigen Wochen „Autoteile-Reinartz-Sportpark“. Der neue Platz hat knapp 360.000 Euro gekostet, 200.000 Euro muss der Verein selbst tragen und hat auch deswegen die Namensrechte an seinem traditionsreichen Sportgelände für die nächsten 20 Jahre abgegeben.

Auf den Hinweisschildern im Ort steht der neue Name, auch im Vereinsmagazin „Anstoß“, das immer zu den Heimspielen erscheint, ist selbstverständlich nur noch vom „Autoteile-Reinartz-Sportpark“ die Rede.

„Im Volksmund“, sagt Guido Scheen, Marketing-Experte und beim TuS 08 seit zwei Monaten genau für diesen Bereich tätig, „wird das Gelände sicherlich weiterhin der ‚Platz an der Alten Kirche‘ sein. Trotzdem sind wir stolz, dass wir den Stadionnamen vergeben konnten.“ Dass die Umbenennung des Sportplatzes möglich gewesen sei, zeige, dass der TuS 08 immer noch eine wichtige Bedeutung habe. Scheen: „Vor allem wegen der Oberliga-Zeiten und legendärer Partien im DFB-Pokal, zum Beispiel gegen Hertha BSC, ist der TuS vielen immer noch ein Begriff.“

Sponsoring nimmt auch im Amateurfußball eine immer größere Rolle ein. Der TuS 08 Langerwehe ist ein Verein mit knapp 500 Mitgliedern, etwa die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Der Klub ist ein reiner Fußballverein, alle Jugendklassen sind besetzt, teilweise allerdings in Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen. Es gibt zwei Senioren- und ein Damenteam, die erste Mannschaft ist innerhalb von vier Jahren von der zweiten Kreisklasse in die Bezirksliga aufgestiegen.

Wie hoch der Etat ist, den der Klub braucht, um all das am Leben zu erhalten und nebenbei noch den neuen Kunstrasenplatz zu finanzieren, möchte Guido Scheen nicht in konkreten Zahlen darstellen, genau so wenig wie die Summe, die der Langerweher Unternehmer für die Namensrechte am Stadion gezahlt hat. „Wir können aber sagen“, erklärt Scheen, „dass wir 50 Prozent des Gesamtetats unseres Vereins über Sponsoring finanzieren müssen.“ Platzpflege, Unterhaltung des Sportheims, Sportgeräte und Kleidung müssten finanziert werden. „Gerade im Jugendbereich“, ergänzt Scheen, „ist es wichtig, dass wir mit guten und engagierten Trainern und Betreuern zusammenarbeiten. Und die arbeiten auch nicht völlig umsonst.“

Möglichst breit aufstellen

Der TuS 08 bemüht sich, in Sachen Sponsoring möglichst breit aufgestellt zu sein, um nicht von einem Großsponsor abhängig zu sein. „Es ist nicht einfach, Unterstützer zu finden“, sagt Scheen. „Es gibt ja nicht nur Sportvereine in unserem Ort, sondern auch Schützenbruderschaften und Karnevalsgesellschaften. Alle suchen Sponsoren. Der Unterschied zu diesen Vereinen ist aber, dass bei uns auf der Sportanlage das ganze Jahr über jeden Tag etwas los ist. Das ist dann auch für Sponsoren interessant, etwa wenn sie bei uns Bandenwerbung machen.“

Auch bei Jugendsport Wenau ist das Stadion, die HTG Arena, schon seit Jahren nach einem ortsansässigen Unternehmen benannt. „Wir waren die ersten, die das gemacht haben“, sagt der Vereinsvorsitzende Rainer Bartz. Auch bei seinem Klub mit 22 Mannschaften (davon 17 Jugendmannschaften) und rund 650 Mitgliedern ist Sponsoring unerlässlich. „Es ist sehr schwer, Sponsoren zu bekommen“, sagt Bartz. „Meistens findet man nur dann Unterstützer, wenn die selbst eine enge Verbindung zu dem Verein haben.“

Für Jugendsport Wenau, ergänzt Bartz, seien die Sponsoren wichtig, um den kompletten Trainingsbetrieb mit den vielen Jugendlichen aufrechtzuerhalten. „Wir brauchen das Geld nicht, um unsere erste Mannschaft in einer möglichst hohen Liga zu etablieren.“ Die Umbenennung des Stadions in HTG-Arena sei dabei ein wichtiges Standbein. Bartz: „Fußballvereine, für die Jugendarbeit eine große Rolle spielt, leisten eine sehr wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Sie sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben.“

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