Düren - Spitzensport mit Herzblut: 20 Jahre Bundesliga-Volleyball in Düren

Spitzensport mit Herzblut: 20 Jahre Bundesliga-Volleyball in Düren

Von: Sandra Kinkel
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Freude pur: Heute wie vor 20 Jahren bejubeln die Dürener Volleyballer jeden Sieg. Mit Trainer Michael Mücke (Bild unten) gelang 1996/97 zum ersten Mal der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga. Foto: G. Jansen, S. Kinkel
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Düren. „Gute Stimmung, total familiäre Atmosphäre und eine kleine Halle, die immer brechend voll war – es war einfach eine sehr schöne Zeit.“ Mit einem Satz beschreibt Matthias Steens Bundesliga-Volleyball in Düren – und zwar Bundesliga-Volleyball in der Saison 1996/97. Steens hat damals fünf Jahre erste Liga an der Rur gespielt und weiß genau, wovon er spricht.

Volleyball-Bundesliga hat in Düren eine lange Tradition, seit 20 Jahren spielen die Rurstädter ohne Unterbrechung in der höchsten deutschen Klasse. Aber was hat sich in zwei Jahrzehnten verändert? Was muss ein Verein leisten, um einen Bundesligabetrieb erfolgreich aufrechtzuerhalten? Und inwiefern profitieren Stadt und Kreis von 20 Jahren Spitzensport in Düren?

Lars Meyer, der ebenfalls in der Saison 1996/97 in Düren aktiv war, hat seine Zeit an der Rur sehr genossen. „Die Fans waren toll, der Zusammenhalt im Verein hat funktioniert. Wir hatten einfach einige sehr gute Jahre.“ Als Michael Mücke damals das Training an der Rur übernommen hat, ergänzt Matthias Steens, hätte sich das Pensum deutlich erhöht.

„Vorher haben wir nur abends trainiert, mit Mücke gab es dann nicht mehr nur jeden Abend, sondern auch noch drei Mal vormittags Training. Außerdem hatten wir drei Krafteinheiten jede Woche.“ Was die Häufigkeit angeht, wurde damals also ähnlich viel trainiert wie heute. „Aber der Sport“, sagt Steens, „hat sich schon sehr verändert. Volleyball ist viel athletischer geworden.“

Anfangs haben die Heimspiele in der Halle des Burgau-Gymnasiums stattgefunden – mit Platz für rund 1000 Zuschauer. Lars Meyer: „Und die waren auch regelmäßig da. Die Mannschaft war damals schon voll in das städtische Leben integriert. Wir sind beim Karnevalszug mitgegangen. Spieler der ersten Mannschaften haben Jugendteams trainiert. Das war selbstverständlich.“

Ohne Zweifel ist der Volleyball in Düren in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer professioneller geworden – gleichwohl kann der Spielbetrieb heute wie damals nur dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer funktionieren. „Der Wechsel in die Arena“, sagt Gesellschafter Erich Peterhoff, „war zwar für den Verein enorm wichtig, aber gleichzeitig auch ein riesiger Schritt. Wir brauchen heute bei den Heimspielen rund 80 Ehrenamtler, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Und es ist toll, dass wir die haben.“

Peterhoff (48) kennt den Dürener Volleyball von Kindesbeinen an. „Meine Mutter hat in der Damenmannschaft gespielt, die in den 70er Jahren in die erste Liga aufgestiegen ist. Mein Vater hat auch gespielt. Für mich war Volleyball immer fester Bestandteil meines Lebens.“ Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seit weit mehr als zehn Jahren kümmert er sich unter anderem um die Finanzen des Klubs, und auch wenn er keine konkreten Zahlen nennen möchte, sagt er doch so viel: „In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Etat der Volleyballer vervierfacht.“ Die SWD Powervolleys, so Peterhoff, seien heute eine kleine Firma mit 15 Beschäftigten. „Es muss unser Ziel sein, diese Firma auf wirtschaftlich sichere Beine zu stellen.“

Fast zur Katastrophe geführt

Seien die Jahre 2006/07 und 2007/08 mit der Qualifikation für die Champions League sportlich zwar die erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte gewesen, hätten sie aus finanzieller Sicht fast zu einer Katastrophe geführt. „Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, ist der Verein in zwei Jahren schuldenfrei. Es ist uns gelungen, dass unsere GmbH in den vergangenen Jahren immer ein kleines Plus erwirtschaftet hat.“

Das geht im Volleyball anders als im Fußball nicht etwa durch den Verkauf von Spielern. Peterhoff: „Wir machen Gewinn, wenn am Ende der Saison von unseren Einnahmen aus Sponsoren- und Eintrittsgeldern etwas übrig bleibt.“ Einer der großen Vorteile Dürens, ergänzt der 48-Jährige, sei sicher, dass die Sponsoren eng zusammenstehen würden. „Uns unterstützen Leute aus der Wirtschaft, die auch Ahnung von Sport haben. Und die bereit sind, auch einmal eine Durststrecke zu überbrücken.“

Grundsätzlich wünscht Peterhoff sich (noch) mehr Präsenz und Akzeptanz in der Stadt. „Über Dinge wie Öffentlichkeitsarbeit haben wir uns vor 20 Jahren nicht so intensiv Gedanken gemacht. Heute ist das sehr wichtig. Regelmäßig eine volle Halle bei den Heimspielen wäre natürlich sehr schön. Trotzdem glaube ich schon, dass die Dürener den Volleyball sehr gut annehmen.“

Gleichzeitig trage der Sport auch Düren in die ganze Republik. „Wenn ich erzähle, dass ich Dürener bin, werde ich häufig auf Volleyball angesprochen. Und das nicht nur, wenn ich in einer Volleyball-Halle stehe.“

Echte Sympathieträger

Auch Landrat Wolfgang Spelthahn und Dürens Bürgermeister Paul Larue (beide CDU) sind überzeugt, dass Stadt und Kreis Düren vom Bundesliga-Volleyball profitieren. „Nicht nur, dass die Spieler natürlich eine Vorbildfunktion für viele Kinder und Jugendliche haben. Der Volleyball ist auch sehr werbewirksam für Stadt und Kreis Düren. Diese Mannschaft ist ein echter Sympathieträger“, sagt Spelthahn.

Die Powervolleys, ergänzt Larue, seien hervorragende Botschafter Dürens. „Immer wieder sind wir bundesweit und sogar europäisch in Presse, Funk und Fernsehen mit positiven Schlagzeilen und Berichten präsent.“ Gerade in Zeiten äußerst knapper Kassen sei es nicht möglich, den Verein finanziell zu unterstützen. Larue: „Dank des Zusammenwirkens von Stadt und Kreis Düren ist es uns gelungen, die Arena als hervorragende Spielstätte zu schaffen.“

Ob es beispielsweise möglich ist, für Heimspiele der Powervolleys auf ähnlichen Plakaten wie für die Annakirmes zu werben, will der Bürgermeister prüfen. Larue: „Wir werben auch für unsere eigenen Veranstaltungen sehr defensiv und dürfen natürlich in dieser Frage keinen Präzedenzfall schaffen.“

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