Düren - Spielstudie „Basic Steps”: Material, mit dem Üben Spaß macht

Spielstudie „Basic Steps”: Material, mit dem Üben Spaß macht

Von: Kristina Wollseifen
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Die Autoren Renold Quade, Jigg
Die Autoren Renold Quade, Jiggs Whigham und Bernhard Hofmann (v.l) des Teams „Steps” setzen mit ihrer Spielstudie für Stilistik die Theorie in die Praxis um. Foto: Wollseifen

Düren. Wer schon einmal ein Konzert eines Blasorchesters besucht hat, dem ist sicherlich eines im Verlauf des Abends aufgefallen: Das Programm ist oftmals sehr vielseitig. Doch Jazz, Pop und Rock bedeuten nicht immer nur mehr Abwechslung für Musiker und Zuhörer - sie stehen vor allem für eine Fülle an neuen Ausdrucksmöglichkeiten, mit denen das Orchester stilsicher musizieren muss.

„Ein Blasorchester zeichnet sich durch Vielseitigkeit mit Detailverantwortung aus”, definierte Renold Quade, der seit über 25 Jahren als Dirigent tätig ist. „Man muss wissen, was man gerade interpretiert, um Musik verschiedenster Gattungen lebendig werden zu lassen.”

Es gibt jedoch kaum Weiterbildungsmaterial für das ganze Orchester. Noch weniger gibt es Material, das beim Üben auch wirklich Spaß bringt. So war es seit längerem ein Wunsch von ihm, diese Lücke zu füllen und mit praktischem Muszieren den Bläserensembles ein Gefühl für zeitgenössisches Musizieren zu vermitteln. „Der musikalische Ausdruck, die Artikulation und die Stilistik sind nicht immer gut getroffen”, erläutert der Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters der Musikschule Düren. „Die Fähigkeiten sind bei jedem Musiker vorhanden, aber sie werden nicht immer bewusst.”

Um dem entgegen zu wirken, hat er zusammen mit Jiggs Whigham und Bernhard Hofmann die Spielstudie „Basic Steps” erarbeitet. Im Team „Steps” kann jedes der drei Mitglieder auf ein langjähriges Netz von Erfahrung und Kompetenz zurückgreifen. Renold Quade ist nicht nur Musikpädagoge an der Musikschule Düren und an der Landesmusikakademie NRW, sondern auch Dirigent des Landesblasorchesters NRW.

Genau wie Bernhard Hofmann, der Arrangeur und künstlerischer Leiter der Jazz- und Rockschulen Freiburg ist, war er ein Schüler von Jiggs Whigham. Es entstand eine Freundschaft, die bis heute anhält. Der international bekannte Posaunist, Bandleader und Lehrer spielte bereits mit 17 Jahren als Solist und erster Posaunist im „Glenn Miller Orchestra.” Letztes Jahr gastierte er auch einige Tage in Düren, als er zusammen mit Renold Quade einen Jazz-Workshop veranstaltete.

„Es gibt immer viel Theorie”, sagte Quade. „Aber die muss auch in die Praxis umgesetzt werden.” „Basic Steps” soll nun dabei helfen, die musikalische Aussprache zu verbessern. „Die einzelnen Musiker sollen gemeinsam mit dem Orchester spüren und erleben”, ergänzte er. „Denn wenn sie besser aufeinander hören, können sie auch das Gesamtbild verbessern.”

Mit diesen Vorsätzen ist trotz weiter Entfernungen zwischen den Autoren innerhalb von anderthalb Jahren eine Spielstudie entstanden, die sich sehen und natürlich auch hören lassen kann: „Basic Steps” legt seinen Schwerpunkt auf Einspielen, Intonation, Akkordfarben, Artikulation, Rhythmen und im besonderen auf den Swing. Die Spielstudien, die sich stilistisch weiter staffeln, üben ein klares Erfassen, sowie das präzise Umsetzen rhythmischer Strukturen ein. Dabei meint „basic” keinesfalls, dass die Übungen leicht oder nur für Anfänger sind. „Basic” steht für wichtige Grundlagen, die die unverzichtbaren Wurzeln jeglichen Musizierens darstellen.

Ende März wird „Basic Steps” auf der Frankfurter Musikmesse, der weltgrößten ihrer Art, offiziell präsentiert. Der Dürener Autor Renold Quade wird dann zusammen mit Jiggs Whigham dem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen. Aber bereits jetzt kann das Konzept schon erste Erfolge aufweisen: Seit einem kleinen Startschuss mit Workshops in Düren und auf der Landesmusikakademie in Hegenau, wird „Basic Steps” in vielen Orchestern bundesweit und sogar international ausprobiert. „Wir treffen auf viel positive Resonanz”, erzählt Quade. „Vom Vereinsorchester bis zum Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr ist das Interesse breit gefächert.”
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