Spielerisch die deutsche Sprache lernen

Von: Annika Kasties
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Den Spaß am Lesen wecken: Der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel übergab zum Auftakt des bundesweiten Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ Kinderbücher. Foto: Annika Kasties

Gürzenich. Arielle kommt bei Rafif und Fatima besonders gut an. Konzentriert blättern die Mädchen in dem Kinderbuch über die Meerjungfrau aus dem Disney-Universum. Tina Seibert von der Stiftung Lesen überrascht das nicht. „Prinzessinnen kommen einfach immer gut an.“

Dass sich die beiden Schwestern über Belle, Cinderella und Pocahontas freuen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Erinnerungen an die Flucht ihrer Familie aus dem Irak sind noch frisch. Ein neues Zuhause haben sie in der Flüchtlingsunterkunft „Im Eichenbruch“ gefunden.

2,2 Millionen Euro

Um Flüchtlingskindern wie Rafif und Fatima die Integration zu erleichtern, rief die Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das bundesweite Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“ ins Leben. Für das dreijährige Programm stellt der Bund 2,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Im Rahmen der Kampagne erhalten alle Flüchtlingskinder im Alter von bis zu fünf Jahren in Erstaufnahmeeinrichtungen ein Lesebuch. Mithilfe von bunten Illustrationen und kindgerechten Beschreibungen sollen die Mädchen und Jungen früh mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden. Dabei lernen die Kleinen nicht nur Alltagsbegriffe wie „Fußball“ und „Kuscheltier“. Auch Aspekte aus dem Lebensalltag wie Inklusion und ein interkulturelles Miteinander werden vermittelt.

„Mit diesem ersten Lesebuch wollen wir die Kinder, ihre Familien und Vorlesepaten dazu anregen, ins Gespräch zu kommen“, sagte der Dürener Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der Auftaktveranstaltung der Kampagne für Nordrhein-Westfalen in Düren. Darüber hinaus werde gerade im Vorschulalter durchs Vorlesen der Grundstein für die spätere Lesefreude gelegt, betonte Projektmanagerin Tina Seibel.

Auch über das Vorschulalter hinaus versorgt das Projekt Flüchtlingskinder mit Lesestoff. Jede Erstaufnahmeeinrichtung erhält eine Lese- und Medienbox mit etwa 25 Büchern und leicht verständlichen Spielen. Der wilde Spaß von Halli Galli ist schließlich auch mit rudimentären Deutschkenntnissen zu haben. Zudem bietet das Programm Seminare für ehrenamtliche Vorlesepaten und Mitarbeiter der Einrichtungen an.

In der Gürzenicher Unterkunft sind die Bücher auf jeden Fall ein Erfolg. Die Disney-Prinzessinnen hat sich die siebenjährige Fatima mittlerweile lange genug angeguckt, und holt zielstrebig das nächste Buch aus der Plastikbox.

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