Spielerisch Deutsch lernen in der Kita St. Joachim

Von: Gudrun Klinkhammer
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Thomas Rachel und Thomas Floßdorf besuchten die Kindertagesstätte St. Joachim in Nord-Düren. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Ein internationales Bild zeigt sich demjenigen, der die Katholische Kindertagesstätte St. Joachim in Düren besucht. Die Türe öffnet sich und kleine Erdenbürger aus 17 verschiedenen Nationen freuen sich über Besuch. Am Freitagmorgen begrüßten die insgesamt 70 Kinder der Kita Thomas Rachel, den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ebenfalls mit dabei Thomas Floßdorf, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Düren. Kita-Leiterin Marina Simon hatte die Politiker eingeladen, um ihnen vor Ort von den Erfolgen des Projektes „Sprache und Integration“ zu berichten. 2011 startete dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt, das eine zusätzliche Halbtagsstelle für die ausgewählten Kitas beinhaltet. 4000 Kitas genießen diese Unterstützung derzeit in ganz Deutschland. Zwölf Einrichtungen nehmen aktuell im Kreis Düren an „Sprache und Integration“ teil.

Seit vier Jahren kümmern sich Marina Simon und ihr Team ganz gezielt darum, den 70 Kita-Kindern, darunter 50 mit Migrationshintergrund, gute Deutschkenntnisse zu vermitteln. Marina Simon: „Unser Konzept ist, dass wir spielerisch Themen erarbeiten.“ Nicht mit erhobenem Zeigefinger werden sprachliche Defizite der Kinder korrigiert, sondern durch Wiederholung einzelner Worte und Sätze. Geht ein Wort oder ein Satz daneben, dann wenden die Betreuerinnen dem Kind ihre Aufmerksamkeit zu und achten darauf, dass nach einigen Wiederholungen das Problem behoben ist. Alle Kita-Kids nehmen an dieser alltagsintegrierten Sprachförderung teil, so dass die Schwachen nicht nur von den Betreuern, sondern auch von den Sprachstarken lernen.

Was sich ebenfalls bewährt hat: Mittels einer speziellen Sachkostenunterstützung von 4500 Euro pro Jahr, ebenfalls aus dem Budget der Sprachförderung, ist es möglich, mit den Kindern kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, ohne dass die Eltern etwas bezahlen müssten. Simon: „Wir gehen ins Museum und besuchen das Theater. Unsere Kinder waren begeistert, als sie etwa die ‚Zauberflöte‘ anschauen durften.“

Marina Simon betonte darüber hinaus, dass alle 24 Kinder, die nach den Ferien in die Schule kommen, alle gut Deutsch sprechen würden.“ Aussprache, Wortschatz und Grammatik seien vorzeigbar. Thomas Rachel und Thomas Floßdorf waren ganz begeistert. Rachel: „Die Sprache ist der Schlüssel zur Bildung, und diese Aussagen, die sie mir hier geben, sind wie eine TÜV-Plakette für das Projekt.“

Aufgrund des Erfolges wird die Förderung in 2015 ohne Einschränkung weiterlaufen. Thomas Floßdorf, von Beruf Lehrer, pflichtete den Aussagen bei: „Spielerisch aufgezogen macht das Lernen wirklich Freude und ist dadurch sehr effektiv.“ Sprachunterricht sei grundsätzlich für Kinder zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr sinnvoll. Dann seien die Kleinen für Sprache besonders empfänglich.

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