Düren - Spielerausch zwischen Kuscheltieren und Barbiepuppen

Spielerausch zwischen Kuscheltieren und Barbiepuppen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Wer war der Schnellste? Stimmt die Reihenfolge? Das Eimerstapeln und -sortieren war eine der schweißtreibendsten Aufgaben für Christoph, Johannes, Guido und Thomas. Foto: Sarah Maria Berners
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Knifflige Aufgaben: Ralf puzzelt bei tickender Stoppuhr... Foto: Sarah Maria Berners
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... Jogi, Alfred und Rolf versuchen, einen Helikopter zu fliegen. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. 40 Männer, elf Spielstationen – und natürlich will jeder der beste sein. Zwischen Barbiepuppen und Kuscheltieren durften gestandene Männer am Wochenende in einem Dürener Spielwarengeschäft noch mal Kindsköpfe sein. „Echte Kerle im Spielerausch“ lautete das Motto nach Ladenschluss.

Computerspiele suchte man im Geschäft vergeblich, beim Männerabend waren analoge Spiele angesagt. Die Männer durften beim Kickern kräftig aufdrehen und rasante Runden auf der Carrerabahn drehen. Sie durften mit Gummigeschossen auf Dosen zielen und sich beim Basketball verausgaben.

„Wir sind hier, um einen Abend mit unseren Freunden Spaß zu haben“, sagten Jogi und Rolf – Nachnamen spielen an diesem Abend keine Rolle – aus Merzenich. Und nach ein paar Sekunden setzte Jogi nach: „Und natürlich, um zu gewinnen.“ Männer wollen gerne die Besten sein, haben Spaß am Wettkampf – daraus macht an diesem Abend kaum jemand ein Geheimnis. „Im Mann steckt immer der Wille zu Siegen“, sagt Guido aus Hambach, während er eigentlich versucht, sich auf das Bierchen-Spiel – ein nervenzehrendes Würfelspiel – zu konzentrieren.

Diesen Willen kennen auch Hilde Schuster, die Initiatorin des Spieleabends, und ihre elf Spielleiter. „Hier machen wir, was wir Zuhause nicht dürfen“, sagte einer der Herren lachend und augenzwinkernd, während er beim Kickern mächtig aufdreht. Auf Frauen und Kinder Rücksicht nehmen? Nicht in diesen vier Stunden. Die Männer hatten reichlich Spaß beim Zocken, Lautsein und Sprücheklopfen.

Bei manchen Spielen war aber auch absolute Konzentration gefragt. So hätte der ein odere andere für die Fahrt mit dem ferngesteuerten Lastzug doch gerne kurzfristig ein Regal beiseite geräumt, und das Steuern des kleinen grünen Helikopters erwies sich als knifflige Aufgabe für die ehrgeizigen Kämpfer und war alles andere als ein Kinderspiel. Hochkonzentriert vergaß so mancher Spieler die Welt um sich herum, aber die Stoppuhr tickte unerbittlich. Und trotz des Einsatzes: Gerade beim Helikopterfliegen mussten die Spielleiter sogar die ein oder andere Null in die Wertungslisten eintragen.

Spätestens beim Stapeln und Sortieren bunter Eimer war voller Körpereinsatz gefragt. Guido aus Arnoldsweiler, Johannes aus Hambach und ihre Mitstreiter gerieten ordentlich ins Schwitzen. Ehrgeizig, aber nicht verbissen und mit viel Humor legten sie los und freuten sich doch, als die Stoppuhr nach zehn Minuten endlich die ersehnte Verschnaufpause ankündigte.

„Es ist richtig schön, für einen Abend noch einmal Kind zu sein“, findet Jogi, und sein Kumpel Rolf stimmt zu. Bei den meisten Männern, die zwischen 18 und 60 Jahre alt sind, ist es schließlich schon eine Weile her, dass sie sich aus einer Astgabel eine Zwille gebaut haben. Zur Ruhe kamen die Männer beim Puzzeln – für manchen ein Kinderspiel, für andere eine Herausforderung. Wie war das noch gleich mit den Randteilen? „Normalerweise spiele ich häufig am Computer. Aber das hier ist ein Abend, an dem es zurück zu den Wurzeln des Spielens geht und das macht richtig Spaß“, sagt Ralf aus Merzenich, der den Spieleabend von seiner Frau zu Weihnachten geschenkt bekommen hat und ein passionierter Monopoly-Spieler ist.

Nach vier Stunden war der Spaß im Spieleladen vorbei, war Schluss mit dem Spielerausch. Aber auch wenn es nur ein Siegerteam und einen Besten in der Einzelwertung geben konnte: Für einen Abend Kind sein, hat allen Männern sichtlich und hörbar Spaß gemacht.

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