Spezialmörtel schützt Beton vor Eifelwasser

Von: Sarah Maria Berners
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Blick in eine Kammer des sanierten Hochbehälters: Der gigantische Raum ist über eine Luke oder durch eine spezielle Tür, die dem Wasserdruck standhält, zu erreichen. Foto: Sarah Maria Berners
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Das Wasser verlässt das Zulaufrohr immer in eine Richtung, damit es stets in Bewegung bleibt. Foto: Sarah Maria Berners
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Das Bild zeigt ein Verbindungsstück, das im Falle eines Erdbebens verhindert, dass die Schwingungen den Stahl schädigen. Foto: Sarah Maria Berners

Hasenfeld. Bis das Wasser in Heimbach, Hausen oder Hasenfeld aus der Leitung sprudelt, hat es schon einen langen Weg von der Perlbachtalsperre durch die Eifel hinter sich. Seine letzte Station vor dem Weg in die Leitungen ist der Hochbehälter in Hasenfeld.

Der wurde 1980 gebaut und ist damit ein wenig in die Jahre gekommen. Deswegen sind die beiden gigantischen Wasserbehälter, die jeweils 1000 Kubikmeter Wasser fassen, nun aufwendig saniert worden. Nacheinander versteht sich, denn die Trinkwasserversorgung der fünf Orte muss natürlich sichergestellt werden. Letzte Arbeiten in einer der beiden Kammern laufen noch.

„Während ein Behälter die Versorgung sicherstellte, konnten wir den jeweils anderen sanieren“, erklärt Derk Buchsteiner, Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach. Die Sanierung wurde notwendig, weil das weiche Eifelwasser den Beton des Hochbehälters mit der Zeit mehr und mehr ausgelaugt hatte. Also musste eine neue Beschichtung für den Behälter her, der im Durchmesser etwa 20 Meter misst und in dem das Wasser sechs bis sieben Meter hoch stehen kann.

„Vor vielen Jahren ist einmal die Beschichtung entfernt worden, weil diese sich auf den Geschmack des Wassers auswirkte“, sagt Buchsteiner. Damit der Betonbau keinen Schaden nimmt, wurde nun ein neuer Spezialmörtel auf die vielen Quadratmeter Wand-, Boden- und Deckenfläche aufgetragen. Zuvor aber mussten die Flächen gesandstrahlt werden, damit das neue Material auf dem alten Grund auch haftet.

Eine zertifizierte Spezialfirma hat diese Arbeiten, die aus viel Handarbeit bestehen, ausgeführt. „Der Spezialmörtel muss beispielsweise von Hand geglättet werden. Es ist wichtig, dass die Flächen schön eben sind, damit sich dort keine Verunreinigungen absetzen können“, erläutert Buchsteiner. Aus diesem Grund sowie zur einfacheren Reinigung des Behälters gebe es auch keine scharfen Ecken.

Und damit das Material richtig abbindet, muss es danach beregnet werden, um einer Überhitzung und damit Rissen vorzubeugen. 450.000 Euro hat die Sanierung des Hochbehälters gekostet – bei jährlichen Investitionen in das Leitungsnetz in Höhe von zwei Millionen Euro, nicht gerade wenig. Aber die Investition soll den Behälter fit für die nächsten 40 Jahre machen.

Einmal im Jahr lassen die Wasserexperten das kühle Nass nacheinander aus den Behältern hinaus, um diese zu reinigen. Danach werden sie über die Zuleitungen wieder mit Perlenbachwasser gefüllt. Das Zuflussrohr ermöglicht es dem Wasser nur, in eine Richtung auszutreten. „So entsteht ein Drall und dieser sorgt dafür, dass das Wasser ständig in Bewegung ist. So gibt es einen regelmäßigen Austausch“, sagt der Experte. In die Leitungen läuft das Wasser über eine Art Abfluss im Boden, durch den vom gesamten Hochbehälter rund 60 Kubikmeter pro Stunde in die Leitungen gelangen.

Gefahr durch Erdbeben

An der Decke gibt es eine Überlaufrinne für den Fall, dass einmal mehr Wasser als gewollt in die Behälter läuft. Alle Leitungen im Behälter sind aus rostfreiem Edelstahl. Regelmäßig werden das zulaufende und das ablaufende Wasser vor Ort überprüft. Außerdem sind die Behälter mit Be- und Entlüftungsanlagen versehen, die zum Beispiel den beim Ablaufen des Wassers entstehenden Unterdruck ausgleichen.

Und weil die Eifel ein Gebiet mit Erdbebengefahr ist, haben die Ingenieure einen besonderen Kniff eingebaut. Die an den schweren Betonwasserbehältern fest angebundenen Leitungen sind mit den weiterführenden Leitungen über besondere Kupplungselemente, sogenannte Kompensatoren, verbunden. Buchsteiner: „Sollte die Erde in der Eifel beben, dämpfen diese die Schwingungen. Damit wird verhindert, dass die Stahlleitungen Schaden nehmen.“

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