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Speicherkraftwerk beschäftigt Wassersportler am Rursee

Von: Peter Stollenwerk
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Professor Dr. Detlef Müller-B
Professor Dr. Detlef Müller-Böling, Sprecher der Gemeinschaft der Sportvereine Rursee, setzt bei der Diskussion um das Pumpspeicherkraftwerk Rursee auf Dialog statt Konfrontation. Foto: P. Stollenwerk

Schwammenauel. Während in Heimbach (und auch anderen Rurseeorten) die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee!” frontal und alternativlos Stellung gegen das geplante Wasserspeicherkraftwerk Rursee und den Investor Trianel bezieht, wollen sich die Wassersportler „argumentativ” mit dem Projekt auseinandersetzen.

„Wir sind keine Fundamental-Opposition”, fasst Professor Dr. Detlef Müller-Böling das Ergebnis einer Versammlung der Gemeinschaft der Sportvereine Rursee (GSR) zusammen.

Die Gemeinschaft, deren Sprecher Müller-Böling ist, hat bei Bekanntwerden der Kraftwerks-Pläne eine „Arbeitsgruppe Wasserspeicherkraftwerk Rursee” ins Leben gerufen, um gegenüber den drohenden Gefahren für den Wassersport wachsam zu sein.

Die Arbeitsgruppe habe nach Ansicht der Vereinsvertreter ihre Aufgaben erfüllt, indem sie einerseits die Bedrohungen in Stellungnahmen deutlich benannt und andererseits klare Forderungen aufgestellt habe, „damit Wassersport in der bisherigen Form vom Angeln bis zur Deutschen Meisterschaft im Segeln auf dem Rursee weiterhin möglich bleibt”, freut sich Müller-Böling über die gemeinsam eingeschlagene Linie, die eine kritische, aber sachliche Begleitung des Projektes kennzeichnen soll.

Die Wogen schlugen bei den Rurseesportlern nicht so hoch wie bei anderen Veranstaltungen zum Wasserspeicherkraftwerk. Vielmehr setzte man sich mit den bisher vorliegenden Fachbeiträgen zu Strömung, Seehub oder Gefährdung des Fischlaichs detailliert auseinander. Dabei, so Detlef Müller-Böling, sei man zu dem Schluss gekommen, „dass es eine grundsätzliche Ablehnung des Wasserspeicherkraftwerks durch die GSR nicht geben soll”, wohl aber die „weitere konsequente Vertretung von Forderungen auch hinsichtlich der Einhaltung von bereits jetzt gegebenen Zusagen”.

Zu den Forderungen der GSR gehören die Vermeidung von Strömungen am Seegrund, die das Wasser verschmutzen, ebenso wie von Strömungen auf der Wasseroberfläche, die Regatten und die Kinder- und Jugendausbildung verhindern sowie die Rettung des Fischlaichs auch bei schwankendem Wasserstand. Zu den Zusagen, für die in den nächsten Gesprächen und Verhandlungen auch Rechtsverbindlichkeit erwartet wird, gehören die Unterbrechung des Wassersports nur für eine Saison und die Übernahme aller Kosten etwa für die Erneuerung beziehungsweise den Umbau von Stegen.

Nicht einverstanden ist die GSR mit den Ergebnissen des Touristik-Gutachtens. Hierbei wurde bemängelt, dass in dem Gutachten die Wassersportler als „Tagestouristen” gezählt wurden, was der wirtschaftlichen Bedeutung des Wassersports wegen Erst- und Zweitwohnsitzen, Werften, Landliegeplätzen und Gastronomiebetrieben nicht gerecht werde. Da vieles angesichts des Planungsstadiums noch im Ungewissen liege, betonte der Sprecher, „richte sich das Augenmerk der GSR auf eine Vielzahl weiterer Gespräche und Verhandlungen, bei denen man argumentativ für den Erhalt des Wassersports am Rursee kämpfen will”.

Mit der Firma Trianel habe man vereinbart, dass ein Fachgutachten zum Thema Steganlagen erarbeitet werde. Bei der Auswahl der Fachleute, die dieses Gutachten erstellen sollten, habe die GSR aktiv mitgewirkt. „Die einen wollen den Rursee retten, wir den Wassersport”, fasst Dr. Müller-Böling noch einmal die wichtigste Intention zusammen. Dabei setze man auf Dialog und Argumente bei einem Projekt, „das von der Zeitplanung „sehr langfristig” angelegt sei.

GSR vertritt rund 4000 Nutzer des Rursees

Die Gemeinschaft der Sportvereine Rursee (GSR) existiert bereits seit rund 20 Jahren; neu ist allerdings die im vorigen Jahr gegründete „Arbeitsgruppe Wasserspeicherkraftwerk Rursee”. Die GSR ist in der Vergangenheit selten öffentlich in Erscheinung getreten. Hauptaufgabe war es bislang, mit dem WVER zu verhandeln, wenn es um die Belange des Wassersports ging.

Die GSR vertritt rund 4000 Rurseenutzer, von den Seglern über Angler (allein der Angelsportverein Rursee zählt rund 1000 Mitglieder) bis hin zu Paddlern und Kanuten. Aktuell sind etwa 2500 Berechtigungskarten für das Befahren des Rursees ausgestellt worden. 34 von insgesamt 36 am Rursee aktiven Vereinen und Gruppen sind Mitglied in der GSR.

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