Düren - SPD: Kein Hotel an der Stadthalle ohne Quersubvention

SPD: Kein Hotel an der Stadthalle ohne Quersubvention

Von: Jörg Abels
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Kein schöner Anblick: Die Stadthallen-Ruine gammelt seit Jahren vor sich hin. Foto: Jörg Abels
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Die SPD will einem Investor das Hotelprojekt über das Angebot, Einzelhandel im Langemarckpark zu errichten, schmackhaft machen. Foto: Jörg Abels

Düren. In der Diskussion um die Zukunft des Stadthallengrundstücks meldet sich die SPD-Fraktion mit einem neuen Vorstoß zu Wort. Das im Masterplan von Dr. Harald Heinz entwickelte Modell mit Hotel, betreutem Wohnen und einer Pflegeeinrichtung neben Gastronomie und Wohnbebauung finden die Genossen städtebaulich vom Grundansatz her gelungen.

„Er ist aber wirtschaftlich nicht umsetzbar“, erklärt SPD-Fraktionschef Henner Schmidt, der mit einem potenziellen Investor für das Gesamtprojekt in Kontakt steht. Deshalb fordern die Genossen, dem Investor eine „Quersubvention“ mit einer Handelslösung an anderer Stelle zu ermöglichen. Dafür schlägt die SPD eine Bebauung des Langemarckparks vor.

„Es gibt keinen Hotelbetreiber, der einen wirtschaftlichen Betrieb ohne Handel für möglich hält“, erklärt Schmidt. Das Problem ist der zu zahlende Grundstückspreis, von dem rund 700 000 Euro auf die Einheit Hotel und Gastronomie entfallen. Dies sei nur mit Handel zu stemmen, beispielsweise einem Verbrauchermarkt oder einem Sportfachgeschäft. Weil das aber auch aus Sicht der Genossen städtebaulich auf dem Stadthallenareal keine Lösung sei, fordern sie einen Alternativstandort. „Wie hoch die Quersubvention sein müsste, wird derzeit von dem Investor kalkuliert“, erklärt Schmidt. Erste Zahlen erwartet er Ende der Woche.

„Wenn Düren als urbane Stadt wahrgenommen werden muss, reicht das bisherige Hotelangebot nicht aus“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulf Opländer. Damit nähert sich die SPD der CDU an, die trotz der mehrfach gescheiterten Anläufe in den vergangenen Jahren immer an den Hotelplänen festgehalten hat. Henner Schmidt weiß aus den Gesprächen mit dem Investor, der das gesamte Areal mit allen fünf Teilelementen verwirklichen würde, dass dieser auch einen Hotelbetreiber an der Hand hat, der Potenzial für 110 Zimmer sieht.

Eine Handelslösung im Langemarckpark würde aus Sicht der SPD gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das seinerzeit unvollendete Stadtcenter würde städtebaulich endlich abgeschlossen und die Josef-Schregel-Straße, die mit dem Bahnhofsumfeld ohnehin neu gestaltet werden soll, deutlich aufgewertet, erklären Schmidt und Opländer. Der Bahntunnel zum Haus der Stadt, der allgemein von der Bevölkerung als Angstraum angesehen wird, müsse geschlossen werden und der Hauptzugang zum Haus der Stadt über die Josef-Schregel-Straße erfolgen. Dabei können sich die Genossen auch eine künstlerische Illumination der beiden Bahnbrücken vorstellen.

Doch zurück zum Stadthallenareal: „Für persönliche Animositäten und konstruierte Luftschlösser ist kein Platz mehr“, erklären die SPD-Politiker. Auch die Zeit der Geheimdiplomatie müsse endlich ein Ende haben. Schmidt und Opländer fordern, dass sich alle Akteure, auch der bisherige Erbbaurechtinhaber, unmittelbar nach der Kommunalwahl an einen „Runden Tisch“ setzen, um vorbehaltlos die verbliebenen Projektideen mit Blick auf ihre Machbarkeit zu untersuchen. „Ich bin überzeugt, dass wir dann bis zum Herbst eine Lösung finden werden“, betont Schmidt.

Dass eine „gütliche Einigung die Stadt Geld kosten werde“, steht für die Genossen außer Frage. Sie gehen davon aus, dass der Rückkauf des Grundstücks 1,5 Millionen Euro kosten wird. Dieses Angebot hatte der Stadtrat schon einmal verabschiedet. Der Beschluss war aufgrund rechtlicher Bedenken aber nie von der Verwaltungsspitze umgesetzt worden.

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