Sparkassenüberfall Düren: „Nur“ Helferin oder Mittäterin?

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Düren. Der Prozess um den Überfall auf die Hauptstelle der Dürener Sparkasse am 8. Juni 2015 steht kurz vor dem Ende. Am kommenden Freitag wird voraussichtlich ein Urteil gegen die Angeklagten Tarek Z. (26) und seine 22-jährige Lebensgefährtin und Mutter einer gemeinsamen zweijährigen Tochter gesprochen.

Beim Verhandlungstag am Dienstag vor der 4. Großen Strafkammer (Vorsitz Richter Norbert Gatzke) am Aachener Landgericht ging es nochmals um den mutmaßlichen Tatbeitrag der jungen Mutter, die am Morgen jenes Junitages bei dem Überfall gegen 9.15 Uhr vor der Sparkasse mitten in Düren in der Schenkelstraße wartete und dann mit dem Täter verschwand.

Tarek Z. selber hatte bereits zuvor in einem umfangreichen Geständnis eingeräumt, an diesem Morgen mit einer als Waffe getarnten Malerrolle in den Schalterraum der Bank gegangen und an einen der dortigen Schalter getreten zu sein.

Auf einem Zettel hatte er mit der Waffe gedroht und Geld gefordert. Die Kassiererin ging kein Risiko ein, der Täter bekam knapp 30.000 Euro Bargeld ausbezahlt und verschwand mit der Beute. Das Paar, hatte Tarek Z. angegeben, habe seit langem in akuter Geldnot gesteckt. So ging auch der Überfall auf eine Spielothek im Mai des vergangenen Jahres auf sein Konto. Hier griff er rund 350 Euro ab, die er unter dem Vorhalt eines Messers von der dortigen Kassiererin erpresste.

Die junge Angeklagte bestand auch am Dienstag in einer rund vierseitigen schriftlichen Aussage darauf, dass sie an diesem Morgen zunächst ihr Kind in die Kita gebracht habe und dann gegen 8.30 Uhr eher zufällig mitten in der Stadt auf ihren Lebensgefährten gestoßen sei.

„Das Ganze war nicht geplant“, sagte sie. Zwar hätten sie sich grob verabredet, erwartet hätte sie ihn jedoch dort in der Nähe der Sparkasse nicht. Aber er sei mit dieser komischen Rolle auf sie zugekommen und warum er gerade ihre rote Handtasche dabei hatte, das habe sie ziemlich verwundert. Auch habe sie ihn zunächst gar nicht richtig erkannt.

Als er ihr dann gestand, er wolle jetzt die Sparkasse überfallen, habe sie ihm ins Gewissen geredet, er solle das doch lassen und an das Kind denken. Er war allerdings nicht davon abzubringen. Er hatte ausgesagt, sie habe freiwillig den Kassenraum ausspioniert, um zu erfahren, an welchem Schalter das meiste Geld zu ergattern sei. Sie stritt dies erneut vehement ab. Jetzt muss die Kammer die Tatbeteiligung der 22-Jährigen möglicherweise neu bewerten.

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