„Spannungen”: Heimbach schwelgt in Festivalstimmung

Von: Christoph Hahn
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Heimbach. Drei Fahnen flattern von der Front des Heimbacher Rathauses um die Wette im lauen Sommerwind. Das sympathische Städtchen in der Rureifel zeigt im wahrsten Sinne Flagge. Wieder hängt ein Hauch von Bayreuth oder Salzburg über der zentralen Hengebachstraße.

Denn seit dem Wochenende bringt das Festival „Spannungen” ein illustres Künstlervölkchen in die Straßen von Heimbach. Und mit ihnen kommen alle die, die der hohen Kunst der Kammermusiker huldigen wollen, als Besucher der Konzerte im historischen Jugendstil-Kraftwerk oder schon bei den öffentlichen Proben im Haus Schönblick.

Elektrisch knisternde Stimmung

Infiziert mit dieser ganz besonderen, vor Erwartung und Gespanntheit fast schon elektrisch knisternden Stimmung sind aber nicht nur die, die teilweise von weit her anreisen und auch nicht nur die Künstler, die so gut wie alle im Hotel Klostermühle logieren. Auch die Heimbacher selbst fiebern dieser besonderen Welt entgegen - selbst dann, wenn sie sich noch nicht mal selbst für die feinen Töne des „Spannungen”-Programms interessieren. Helmut Breuer, pensionierter Lehrer und als Mitglied des Kirchenchors der Musik gewiss nicht spinnefeind, zählt zu dieser Spezies. Für den Ausgleich sorgt seine Ehefrau, die gerne die Konzerte besucht.

Ganz offen hingegen zeigt Pharmazeut Felix Zimmermann, der schräg genenüber vom Rathaus die Rurtal-Apotheke betreibt, seine Leidenschaft. Eigentlich aber ist es seine Ehefrau, die mit Fotos und allerlei alten Instrumenten, die ihr vom RWE-Industriemuseum im Jugendstil-Kraftwerk zur Verfügung gestellt werden, beide Schaufenster in regelrechte Hingucker verwandelt, die von den Passanten und Touristen, die auf der Hengebachstraße hin und her flanieren, immer wieder gerne in Augenschein genommen werden. Seit 1987 schon ist der gebürtige Kölner Zimmermann in Heimbach ansässig - und seitdem es die Festspiele gibt (also seit 1997) sorgen er und seine Gattin in jedem Jahr für neue optische Akzente durch eine anspruchsvolle Dekoration.

Da nimmt es kaum Wunder, dass Felix Zimmermann sich als „begeisterten Konzertgänger” bezeichnet. Favoriten unter den Künstlern hat er aber nicht. Grund: „Die sind alle genial.” Was ihm besonders gefällt? „Es herrscht eine tolle Stimmung und es gibt keine Rivalitäten.” Für Fachbereichsleiter Peter Cremer im Rathaus ist der Werbeeffekt der „Spannungen” nicht zu verachten. Das Festival ist für den prominenten Mitarbeiter der Stadt ganz einfach „ein Glücksfall”. Ehrensache, dass die Mitarbeiter des Bauhofs (der zu Cremers Zuständigkeitsbereich gehört) beim Aufbau helfen und die Kollegen der Feuerwehr sowohl die Brandsicherheitrswache am Ort des wohltönenden Geschehens als auch die Verkehrslenkung rund um den Parkplatz übernehmen.

Bester Stimmung sind derweil die Rureifel-Touristiker Gotthard Kirch und René Wißgott in ihren Büros im Heimbacher Bahnhof. Der Geschäftsführer und sein Stellvertreter sind sich sicher: „Wenn in Heimbach „Spannungen” sind, kriegst du hier kein Zimmer.” Das „europaweit beachtete Festival” bis zum 12. Juni (Kirch: „Eine goldene Woche”) erweise sich immer wieder als Selbstläufer. Versuche, den Klassikfans eine Schiffstour auf dem Rursee oder eine Expedition mit dem Nationalpark-Ranger schmackhaft zu machen, hätten sich indes in der Vergangenheit als fruchtlos erwiesen. Darum gelte für die Festivalbesucher: „Die bleiben für uns unsichtbar.”
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