Heimbach - „Spannungen 2011”: Atmosphäre, Gefühl und Weltklassemusik

„Spannungen 2011”: Atmosphäre, Gefühl und Weltklassemusik

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Das Programm steht: Organisatoren und Sponsoren des Kammermusikfestivals freuen sich auf die „Spannungen 2011”. Foto: Johnen

Heimbach. Wenn zu vorgerückter Stunde in London, New York oder Paris bei Musikern von Weltrang das Telefon klingelt, könnte Pianist Lars Vogt in der Leitung sein.

Der Künstlerische Leiter des Kammermusikfestivals „Spannungen” im Jugendstilkraftwerk Heimbach hockt dann gerade mit dem Violinisten Christian Tetzlaff in St. Petersburg vor dem Computer, und beide machen sich Gedanken über Besetzung und Programm des nächsten Festivals.

Denn auch eine renommierte Reihe wie die „Spannungen” beginnen jedes Mal aufs Neue mit einem weißen Blatt Papier, das nach Gesprächen, Anregungen und Impulsen gefüllt werden möchte. Was in diesem Jahr als gedrucktes Programmheft herausgekommen ist, liest sich wie das „Who is who” der internationalen Musikszene, deren Vertreter vom 6. bis 12. Juni im Kraftwerk für musikalische Spannungen sorgen werden.

Musikalische Heimat

„Wenn ich meine Kollegen anrufe, drücken sie mich nicht weg. Sie gehen ans Telefon. Und sie freuen sich sogar über den Anruf”, berichtete Lars Vogt augenzwinkernd bei der Vorstellung des Festivalprogramms. Alle Gefragten könnten sich aussuchen, wo auf der Welt sie in dieser Juniwoche spielen möchten. Doch der Entschluss der 31 Musiker stand schnell fest: Die Reise geht nach Heimbach. „Spannungen”, sagen Vogt und die ehrenamtlichen Organisatoren des Kunstfördervereins Kreis Düren unisono, sei nicht nur eine Konzertreihe. „Spannungen” - das sei ein Gefühl. Etwas Atmosphärisches. „Das Jugendstilkraftwerk ist Teil des Gesamtkunstwerks. Es ist für alle Beteiligten eine musikalische Heimat”, fügt Vogt hinzu.

Programmatisch steht bei der 14. Auflage unter anderem mit Werken von Olivier Messiaen, Leos Janácek und Bedrich Smetana Autobiographisches im Mittelpunkt. Den „Vorspann 1” am Samstag, 4. Juni, gestalten die Stipendiaten des Jahres unter dem Titel „Piano pur - next generation”. Erstmals stellen sich mit den Geschwistern Kiveli und Danae Dörken und Aaron Pilsan drei Nachwuchskünstler als Stipendiaten im Kraftwerk-Konzertsaal vor. Der zweite „Vorspann” am Sonntag, 5. Juni, ist eine literarisch-musikalische Reise mit Klaus-Maria Brandauer und Lars Vogt in Kooperation mit den Salzburger Festspielen. Das Thema dieses Abends lautet: „Auf eigene Fast - Faust, ein gefesselter Prometheus?!” Neue Wege gehen die Organisatoren am Freitag, 10. Juni, wenn mit Leonid Chizhik eine Piano-Jazznacht auf dem Programm steht. Auch junge Menschen sollen an klassische Musik herangeführt werden (siehe „Nachgefragt”).

„Diese Veranstaltung dürfte eigentlich nicht funktionieren”, bilanzierte Dr. Hans-Joachim Güttler, Vorsitzender des Arbeitskreises Spannungen des Kunstfördervereins. Kammermusik sei kein Mainstream, Brahms keine Lena. Dennoch habe es im vergangenen Jahr keine 30 Minuten gedauert, bis das Festival ausverkauft war. Die Bestellung von Karten ist ab Samstag, 9. April, 10 Uhr im Internet möglich. Die Programmhefte liegen beispielsweise im Bürgerbüro Düren aus. Bestellungen per Brief und Fax sollten schnell auf den Weg gebracht werden, rät Güttler. Die Eintrittspreise wurden nicht erhöht. Was auch den Sponsoren zu verdanken sei, hob Güttler hervor. Hauptsponsor RWE hat übrigens die Verträge bis 2013 verlängert. In naher Zukunft wird Lars Vogt also wieder vor einem weißen Blatt Papier sitzen.

Unter htttp://www.spannungen.de gibt es das ganze Programm in der Übersicht.
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