Sophienhöhe: Neue Rettungspunkte helfen im Notfall

Von: Niko Bellgardt
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Auch als versierter Wanderer kann man die Orientierung auf der Sophienhöhe leicht verlieren. Die neuen Rettungspunkte helfen dabei weiter. Foto: Bellgardt

Hambach. Beim Joggen und Wandern auf der Sophienhöhe ist es schnell passiert: Ein Stolperstein liegt im Weg, der Sportfreund strauchelt, knickt um - und die Bänder sind gerissen. Instinktiv greift man dann zum Handy, wählt die Notrufnummer 112 - und steht vor dem Problem, den Helfern erklären zu müssen, wo genau man auf dem rund 100 Kilometer umfassenden Wanderwegenetz Hilfe benötigt.

„Diese wichtige und entscheidende Information für die schnelle Hilfe gelingt meist nicht”, fasst der Leiter des Tagebaus Hambach, Hans-Joachim Bertrams, die Erlebnisse der Rettungskräfte zusammen. Vor der bevorstehenden Freiluftsaison soll ein Pilotprojekt der RWE Power in Zusammenarbeit mit den Rettungskräften des Kreises Düren das immer beliebter werdende Naherholungsgebiet nun sicherer machen: Insgesamt werden 53 sogenannte Rettungspunkte an markanten Stellen auf den Wanderwegen verteilt und sollen Joggern, Wanderern, Mountainbikefahrern und Spaziergängern als Orientierungshilfen im Notfall dienen und die Rettungsdienste zielgenau zum Einsatzort führen.

Vor gut dreißig Jahren ist die Sophienhöhe aus dem Abraum des Tagebaus entstanden. „Mittlerweile sind an einem schönen Wochenendtag über 1500 Erholungssuchende hier im Gebiet unterwegs und genießen die aufblühende Vegetation”, sagt Förster Günter Rosenland. Immer weiter entsteht neuer junger Wald im Forst und jedes Jahr kommen etwa 100 Hektar rekultivierte Fläche hinzu. Das freut nicht nur die Wanderer, die jetzt die blühenden Narzissen genießen, oder im Mai auf der Suche nach den vier Orchideenarten Ausschau halten. Auch Laufvereine und Nordic-Walking-Gruppen sind im Forst unterwegs.

„Meist passieren die Unglücke mitten im Wald. Wenn der Fuß einmal umgeknickt ist, ist es schwer, den Verletzten aus dem Wald zu tragen”, beschreibt Wanderer Alwin Reiche aus Jülich ein nicht seltenes Problem. Die Forstabteilung der RWE Power hat das gesamte Gelände in ein kartographiertes Netz aufgeteilt und jedem Rettungspunkt eine eindeutige Nummer im oberen Bereich des Schildes gegeben.

Weiter unten befindet sich eine Übersichtskarte, auf der der Standort markiert ist. Verunglückte oder Helfer können dann an die Rettungsleitstelle wenden: „Wir sind hier am Rettungspunkt 3”. „So ermitteln die Retter den schnellsten Weg zur Unglücksstelle”, erklärt Hans-Joachim Bertrams das neue und einfache System. Auch wenn man sich verirrt hat, ist der weitere Weg nun schnell gefunden. Wenn sich das Projekt bewährt, könnte es zum Modell für die Erholungsgebiete im Kreis Düren werden, hofft Hans-Joachim Bertrams.
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