„Sonnenschein“: Hilfe für Familien mit einem Kind mit Down-Syndrom

Von: Sandra Kinkel
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Ramona Wolski (links) und Alexa Schnohr leiten die Selbsthilfegruppe „Sonnenschein-Kinder“. Ihre beiden Töchter Xenia (links) und Emma sind auch mit von der Partie. Foto: Sandra Kinkel

Vettweiß. „Ich möchte anderen Müttern und Vätern Mut machen. Und allen sagen, dass sie sich für ein Kind mit Down-Syndrom nicht schämen müssen. Unsere Kinder sind toll.“ Ramona Wolski ist 48 Jahre alt, ihre kleine Tochter Xenia ist acht. Xenia ist geistig behindert, sie hat das Down-Syndrom.

„Ich habe erst einen Tag nach der Geburt erfahren, dass meine Tochter behindert ist. Keiner konnte mir damals genau sagen, was das Down-Syndrom eigentlich ist. Das war für mich eine schwere Zeit.“

Acht Familien machen mit

Ramona Wolski hat sich auf die Suche nach einer Selbsthilfegruppe für sich und ihre Tochter gemacht – erfolglos. Jetzt hat sie selbst eine solche Gruppe für den Kreis Düren gegründet, die „Sonnenschein-Kinder“. Acht Familien treffen sich regelmäßig, alle haben ein Kind mit Down-Syndrom.

„Unsere Kinder sind zwischen einem und neun Jahren alt. Wir hoffen, dass sich Freundschaften entwickeln, und die Kinder zusammen groß werden“, erklärt Ramona Wolski. Alexa Schnohr, die die Gruppe zusammen mit Ramona Wolski leitet, ergänzt: „Es ist schön zu sehen, wie unsere Kinder miteinander spielen. Meine Tochter ist zwei Jahre alt, aber sie ist noch nicht so weit wie zweijährige Kinder ohne Down-Syndrom. Das macht das gemeinsame Spiel mit nicht-behinderten Kindern manchmal schwierig.“

Bei den Treffen der Selbsthilfegruppe geht es um Themen wie Pflegegeld, Kindergarten und Schule. Manchmal laden Ramona Wolski und Alexa Schnohr auch Referenten ein, die die Eltern informieren. Es werden Klatsch- und Rhythmusspiele gemacht, es wird gesungen, regelmäßig unternehmen die Familien auch gemeinsam Ausflüge.

„Es hilft einfach, sich einmal mit Gleichgesinnten auszutauschen. Es ist leider immer noch so, dass meine Tochter oft angestarrt wird und die Leute anfangen zu tuscheln. Das tut weh, und es hilft, darüber zu sprechen“, schildert Ramona Wolski. Vieles sei bei Kindern mit Down-Syndrom anders, manches würde länger dauern als bei Kindern ohne Behinderung.

Wachsen und reifen

„Unsere Kinder sind länger in der Trotzphase, sie sprechen später und lernen manchmal auch später laufen. Bei Leuten, die das nicht wissen, müssen wir diese Dinge häufig erklären. Bei den ‚Sonnenschein-Kindern‘ muss man sich für nichts rechtfertigen.“ Natürlich wüssten auch die Eltern der Selbsthilfegruppe nicht auf alle Fragen eine Antwort. „Wir müssen auch wachsen und reifen. Aber durch unsere Erfahrungen können wir uns gegenseitig Mut machen“, sagt Alexa Schnohr.

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