Sonderausstellung: Spuren des Erinnerns und Vergessens

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Sabine Puschmann-Diegel (links) und Elisabeth Vix stellen derzeit im Langerweher Töpfereimuseum aus. Foto: Schmitz

Langerwehe. Eine bemerkenswerte Sonderausstellung mit dem Thema „Wie Du mich siehst - Wenn Wege sich treffen” zeigt derzeit das Töpfereimuseum in Langerwehe. Bis Anfang Mai werden dort Arbeiten der Künstlerinnen Sabine Puschmann-Diegel und Elisabeth Vix ausgestellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Arbeiten von Sabine Puschmann-Diegel. Ergänzend wird eine Auswahl der Schöpfungen ihrer Lehrerin Elisabeth Vix gezeigt.

Die Werkschau im Museum ist so ausgelegt, dass sich die Werke der Beiden öfters „berühren”, sich „ihre Wege treffen”, die künstlerischen Entwicklungen sich begegnen. Aktuelle Arbeiten sind zu sehen, aber auch frühere Werke - die Schau bietet eine imposante Ansicht und einen Einblick in den künstlerisch-kreativen Austausch der beiden Frauen.

Eindrucksvoll für den Betrachter

Eindrucksvoll sind die Ausstellungsstücke für den Betrachter. Sie führen in eine künstlerische Keramikwelt, die Modernes nicht auslässt und auf Vergängliches hinweist. Sabine Puschmann-Diegel interessieren die Spuren des Erinnerns und Vergessens. Ihre Objekte dokumentieren Endliches, Hinfälliges, Begrenztes. Ihr bevorzugtes Material ist neben Ton „Paperclay”, ein selbst hergestelltes Gemisch aus Ton und Papier. Sie nennt ihre Werke „Behausungen” oder „Gedankenkästen”, verzogen und schrundig gealterte, gelebte Räume.

Den Blick zum Teil auf Vergangenes gerichtet, ist es nahezu selbstverständlich, dass für die „gelernte Betriebswirtschaftlerin” Haus, Hülle, Körper, Wand und Haut eng beieinander liegen. Die aktuellen Plastiken „Neue farbige Räume” erinnern an alte Hauswände, von denen der Putz abbröckelt.

Zeitweise stellt die Künstlerin diesen Plastiken Farbfotografien von verwitterten Hauswänden gegenüber, die sie auf ihren Reisen aufgenommen hat. Verblüffend sind die Fotoaussagen in ihrer Ähnlichkeit zu ihren Keramiken.

Elisabeth Vix, die an der Volkshochschule Frechen den Umgang mit Ton lehrt, findet die Inspiration für ihr künstlerisches Schaffen in der Natur und im Wechselspiel der Elemente. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit „Páte de verre”, einer aufwändigen Glasverarbeitungsmethode kombiniert mit Tonmaterial. Spannungsvolle Gefäßobjekte entstehen, die beim Betrachter Nachdenklichkeit, aber auch Sinnesfreude auslösen können.

Blues mit Mundharmonika

Die gab es auch zu Beginn der Ausstellungseröffnung, bei der Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß die einleitenden, für die Zuhörer verständlichen und nachvollziehbaren Worte über die beiden Tonkünstlerinnen sprach, und auch die Premiere zwei anderer Tonkünstler erlebte. Ehemann und Sohn von Sabine Puschmann-Diegel hatten sich zu einem Duo zusammengeschlossen und präsentierte als Eröffnungsmusik den Blues mit Mundharmonika und Gitarre. „Zum ersten Mal” in den Museumsräumen, wie die Museumsleiterin feststellte. Dem Publikum gefiel es.

Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Mai zu sehen.
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