Sommerkonzert der Musikschule: Akkordeon ist nicht mehr das Schifferklavier

Von: Bruno Elberfeld
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Musikschulleiterin und Akkordeonistin Andrea Nolte (rechts) offenbarte beim Sommerkonzert ihrer Akkordeonisten auf Schloss Burgau den Leistungsstand ihrer Arbeit. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Viele Menschen denken, wenn sie das Wort „Akkordeon“ hören, an „Schifferklavier“ oder „Quetsche“, natürlich im liebevollen Kontext. Der populäre Schauspieler Hans Albers hat dieses Schifferklavier in vielen Filmen zum Star gemacht, verbunden mit der Sehnsucht nach der Weite des Meeres in Seemannsliedern. Die Musikschule Düren lässt dieses Image außen vor.

Unter der Leitung der Musikschulleiterin und Akkordeonistin Andrea Nolte lässt sie in Konzerten immer wieder die große Klasse des Akkordeons mit seinen vielfältigen Möglichkeiten aufblitzen. Beim Sommerkonzert im Konzertsaal von Schloss Burgau demonstrierten drei Ensembles mit ihren unterschiedlich großen Akkordeons die für ihre Altersgruppe und für ihren Leistungsstand angemessenen Kompositionen.

Der Nachwuchs, die so genannten „Akkordeon-Minis“ – sie sind sich über den endgültigen Namen noch nicht so ganz einig und gaben im Konzertsaal ihr erstes Konzert– boten mit „Akkordeon-Zwerge“, komponiert von Alexander Jekic, eine für ihre Altersgruppe reife Leistung. Ganz selten nur berührte – der Aufregung geschuldet – ein Finger kurz die falsche Taste.

Das gehört dazu und tat dem Gesamteindruck keinerlei Abbruch. Die Stücke „Im Freizeitpark“, „Bei Kerzenlicht“ und „Eine Floßfahrt“ brachten die ganze Spielbereitschaft und die Freude am Musizieren auf dem gewiss nicht einfachen Instrument zum Ausdruck. Nicht nur die Töne und Melodien, sondern auch die jungen Akkordeonisten strahlten im voll besetzten Saal. Die Minis – eine zielführende Nachwuchsarbeit für zukünftige Akkordeonisten der anderen Ensembles.

Vom Mini- zum Jugendakkordeonorchester

Die Instrumente des Jugendorchesters hatten da schon größere Ausmaße. Für die Gäste – Musikliebhaber bis hin zu Experten – deutlich hörbar der große Schritt vom Mini- zum Jugendakkordeonorchester. Selbstbewusst, sich ihrer schon gefestigten Technik bewusst, meisterten die Jugendlichen die „Marionetten“ aus der Feder von Adolf Götz.

Sie haben dieses Werk schon mehrere Male – so verriet Andrea Nolte – bei anderen Gelegenheiten erfolgreich interpretiert. Die Teilstücke von Marionetten sind überschrieben mit: „Fest auf der Königsburg“, „Der böse Zauberer“, „Die gute Fee“, „Die listigen Zwerge“, „Der traurige König“, „Die schöne Prinzessin“ und „Der tapfere Prinz“. Ließ der Hörer sich auf die Musik bei geschlossenen Augen ein und hatte die Überschriften im Kopf, so gelang es den Musikern Bilder zu erzeugen, die sich in einer geheimnisvollen Vergangenheit bewegten.

Das größte Echo aus dem Publikum gebührte natürlich dem Akkordeonorchester, den Männern und Frauen, die schon seit Jahren mit ihren Instrumenten um Perfektion kämpfen. Das Ergebnis des Kampfes zeigte sich beim Konzert. Technisch perfekt, auf dem Weg zu immer mehr Empathie, begeisterten die Erwachsenen mit ihrem Spiel, ließen das Schifferklavier und die Quetsche vergessen und ergriffen die Möglichkeit, ihren Instrumenten aufs Neue das verdiente Renommee zu geben.

Auf dem Programm der Großen standen Werke von Leon Boellmann, Johann Strauß, Hans Boll und Astor Piazzolla. Da erklang ein Choral, normalerweise dem Raum einer Kirche zugeordnet, wie eine Orgel. Die Ouvertüre zum „Zigeunerbaron“ konnte von einigen Besuchern mitgesummt werden. Träumen war angesagt. Piazzolas „S‘il vous plaÎt“ demonstrierte Wildes aus den Pampas Argentiniens. Eindrucksvolle Bilder vom Balkan malten die Musiker mit „Abendstimmung in den Bergen“, „In einer alten Handwerkergasse“ und „In einer Hafenstadt“– Reisebilder vom Balkan von Hans Boll. Hans Bolls „Immortal“ begleitete die Pianistin Viola Zymelka am Flügel.

Wie hatte Andrea Nolte vor dem Spiel der Minis gesagt? „Alle Akkordeonschüler wollen wir, ihren Fähigkeiten angemessen, zu einem guten Spiel bringen.“

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