Düren - „Solo für 2“: Von Donald Trump bis zu Jodtabletten

„Solo für 2“: Von Donald Trump bis zu Jodtabletten

Von: Sandra Kinkel
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Manfred (links) und Jan Savelsberg begeisterten in der voll besetzten Kulturfabrik „Becker und Funck“ mit ihrem Kabarettprogramm „Solo für 2“. Am Ende spendeten die Besucher Vater und Sohn stehend Beifall. Foto: Kinkel

Düren. Es war eine Premiere der besonderen Art. Mit seinem Sohn Jan (35 Jahre) hat der ehemalige Leiter des Dürener Jugendamtes, Manfred Savelsberg (66), am Donnerstagabend in der Kulturfabrik „Becker und Funck“ das Kabarettprogramm „Solo für 2“ präsentiert. Okay, die beiden haben im vergangenen Jahr schon einmal eine Benefizvorstellung bei der Evangelischen Gemeinde gegeben.

„Damals“, hat Manfred Savlesberg vor der Vorstellung gesagt, „haben alle geklatscht, keiner hat mit Tomaten geworfen. Es war aber ja auch eine Benefizveranstaltung. Diesmal war es richtig ernst.“ Der Mann, der seit 50 Jahren auf der Bühne steht, mag recht haben, geklatscht haben die Zuschauer in der voll besetzten Kulturfabrik aber trotzdem. Ach was, das Publikum hat vor Begeisterung getobt. Am Ende haben die Besucher Jan und Manfred Savelsberg stehend Beifall gespendet.

Kein Wunder eigentlich, denn das Programm von Vater und Sohn, die auf der Bühne bestens harmonieren, war spritzig, witzig und keine Minute langweilig. Manfred Savelsberg alias „Hausmeister Manni“ aus der Stadtverwaltung, der von seinem Chef Paul dazu verpflichtet worden ist, Jodtabletten ans Publikum zu verteilen, ist einzigartig. „Denken Sie daran: Dreieinhalb Stunden, bevor die Atomwolke hier ist, müssen sie die Tabletten nehmen. Direktemang und sofort.“

Das, was das Programm von Manfred und Jan Savelsberg in erster Linie auszeichnet, ist seine ungeheure Aktualität, dafür sind die maroden belgischen Atomkraftwerke und die Jodtabletten nur ein Beispiel. Es geht um Jan Böhmermann und sein Schmähgedicht gegen Erdogan, Donald Trump („der Tuppes mit dem Fifi auf dem Kopf“) und die Panama-Papers, die mit Hilfe von Janoschs Geschichte „Oh wie schön ist Panama“ noch einmal eine ganz neue Bedeutung bekommen, weil in der Version von Jan Savelsberg „ein kleiner Politiker und ein kleiner Fußballer“ die Hauptrolle spielen.

Beatrix von Storch und die AfD („Die Frau ist wahnsinnig standhaft. Die vertritt ihre Meinung. Genau einmal.“) bekommen ihr Fett weg genau wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer („Der fährt demnächst wahrscheinlich nach Nordkorea“). Manfred und Jan Savelsberg gucken dem Volk ganz wunderbar aufs Maul und legen den Finger immer ganz tief in die Wunde. Wenn Manfred Savelsberg als Jünther Schmitz Arbeitslosengeld beantragt und betont, kein Nazi zu sein („Ich habe nichts gegen Ausländer. Jedenfalls nichts gegen die netten.“) zum Beispiel oder wenn Vater und Sohn Vorsitzenden und Nachwuchsmitglied des „Clubs der Zuckersammler“ spielen. Der Vereinschef (Vater Manfred) ist strikt gegen Neuerungen jeder Art, Neuling Jan dagegen schlägt vor, neben Zuckertütchen demnächst auch Salz zu sammeln. Ein Skandal!

Übrigens müsste „Solo für 2“ eigentlich „Solo für 4“ heißen. Auch Mutter und Ehefrau Marlene Savelsberg, die einen Teil der Texte geschrieben hat und als Souffleuse fungiert, spielt eine wichtige Rolle. Genau wie Pianist Claus Thormählen, der Vater und Sohn musikalisch toll in Szene setzt.

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