Solisten und die Kammerphilharmonie Köln spielen in St. Johannes Baptist

Von: Gudrun Klinkhammer
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Als Solistin trat in St. Johannes Baptist unter anderem Anna Buevic (l., stehend) auf, die gleichzeitig überzeugend die Rolle der Konzertmeisterin der Kammerphilharmonie übernahm. Foto: gkli

Nideggen. Exzellente Solisten traten in St. Johannes Baptist vor die Zuschauerreihen. Begleitet wurden sie von der Kammerphilharmonie Köln. Dieses achtköpfige Ensemble gastierte nicht zum ersten Mal in der alten Kirche im Schatten der Burg. Die Musiker wissen die Akustik zu schätzen, die Gastfreundschaft und das treue Publikum.

Mit barocken und hochbarocken Werken gestalteten die Profis die erste Halbzeit ihres Konzerts, im zweiten Teil zogen sie das romantische Klangregister. Konzertmeisterin Anna Buevic glänzte als Solistin in Antonio Vivaldis Konzert B-Dur für Violine, Streicher und Basso Continuo, dem ersten Programmpunkt des Abends. Dieser enthielt allerdings noch kleine Wackler.

Die Intonation und das Zusammenspiel, differenziert hörbar angesichts der sehr guten Akustik der alten Kirche, ließen in den ersten Takten des ersten Satzes zu wünschen übrig. Dann allerdings fing sich das Ensemble und lieferte ausgezeichnete Arbeit ab. Anna Buevic, eine belgische Geigerin mit russischen Wurzeln, empfahl sich als virtuose und gefühlvolle Musikerin.

Absolut überzeugen konnte dann die zweite Solistin des Abends, die Flötistin Ana Palacios. Ebenfalls von Vivaldi spielte sie das Konzert g-moll für Flöte, Streicher und Basso Continuo. Die junge Spanierin besitzt großes Talent und Können. In den ersten Takten des ersten Satzes „Largo“ fügte sie sich mit weichem Ton in die unisono – also für mehrere Instrumente einstimmig – komponierte Melodie.

Dann allerdings brach sie aus der Einstimmigkeit aus und setzte mit ihrem Spiel rasante, aber auch lyrische Akzente. Lange Triller im Pianissimo – also extrem leise gespielt – rasante, perlende Läufe im Forte (Forte bedeutet laut), bei dieser Präsentation blieben keine Wünsche offen.

Ebenso überzeugend spielte der Cellist Dmitri Gornowsky das „Pezzo Capriccioso“ für Violoncello und Streicher von Peter Tschaikowsky. Tschaikowskys unverkennbare Handschrift blitzte dabei immer wieder auf. Die Welt des Balletts wurde plötzlich lebendig. Figuren aus Dornröschen, Schwanensee und dem Nussknacker tauchten vor dem geistigen Auge auf.

Der Cellist bewies einmal mehr, dass es tatsächlich das Cello ist, das klanglich der menschlichen Stimme am nächsten kommt, wie es Tschaikowsky einmal formuliert haben soll. Mit der hinreißenden „Carmen-Fantasie“ für Flöte und Orchester, komponiert von Francois Borne, endete das Programm, das von Bassist Peter Langisch unterhaltsam und locker moderiert wurde. Die Musiker und der Moderator ernteten den wohlverdienten, langanhaltenden Applaus.

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