Solarsystem für Freibad spart Geld und CO2 ein

Von: Marvin Bergs
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Ortstermin auf dem Dach: Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Menningen, Bürgermeister Axel Buch, RWE-Kommunalbetreuer Walfried Heinen und Fred Lenzen. Foto: Marvin Bergs

Hürtgenwald. Das Freibad der Gemeinde Hürtgenwald in Vossenack wird in der kommenden Saison zu einem Großteil mit der Energie der Sonne geheizt. Kurz vor der Fertigstellung und Test-Inbetriebnahme der Solarthermie-Anlage auf den Flachdächern der Nebengebäude des Freibades informierte sich Bürgermeister Axel Buch (CDU) über die technischen Details des Systems.

Die in einem ersten Bauabschnitt installierten 220 Quadratmeter Solarabsorber, in denen bei Sonneneinstrahlung das Beckenwasser direkt geheizt wird, sollen in der Badesaison 2016 rund zwei Drittel der Heizkosten einsparen. „Neben der Einsparung von 8400 bis 11.200 Euro pro Saison kann so auch die Emission von circa 30 Tonnen CO2 im Jahr vermieden werden“, erläuterte Ingenieur Fred Lenzen, der mit seiner Firma LCE aus Aldenhoven seit über 20 Jahren Schwimmbadsanierungen plant und durchführt.

Ein besonderer Vorteil des Systems sei die Frostsicherheit der Anlage, die bei Freibädern naturgemäß eine große Rolle Spiele. „Bei durchschnittlichen Wetterverhältnissen hat sich die Anlage in spätestens fünf Jahren amortisiert“, so Lenzen weiter.

Die Investition ist ein weiterer Beitrag zur Erhaltung des Freibades, das seit 40 Jahren Besucher aus der Gemeinde und dem Umland anzieht. Initiiert wurden die aktuellen und vorangegangen Arbeiten an Schwimmbadtechnik und Infrastruktur des Bades vom Förderverein Freibad Vossenack. Der Verein hatte sich 2014 gegründet, als das Freibad wegen der wirtschaftlichen Situation der Gemeinde kurz vor der Schließung stand. Im März 2015 wurde eine Trägergesellschaft gegründet, die aus der Gemeinde und dem Förderverein besteht, dessen Mitglieder seither das Freibad in Eigenregie betreiben.

„Wir konnten durch umfangreiche Sanierungsarbeiten im Beckenbereich vor der Saison die Betriebskosten des Bades bereits deutlich senken“, sagte Wolfgang Menningen, Vorsitzender des Fördervereins. „Wir sind sehr froh, dass wir diesen Prozess durch die Solarthermie-Anlage weiter vorantreiben können, denn die Heizung des Beckenwassers ist in unserem Bad mit einer Vergleichsweise hohen Wassertemperatur von 24 Grad natürlich ein besonderer Faktor“, so Menningen weiter.

Finanziert werden konnte die Investition neben Mitteln der Gemeinde vor allem durch Sponsoren und private Spender. So kamen neben 5000 Euro des Vereins Regenerative Energien Hürtgenwald und 3000 Euro der Sparkasse Düren über 6000 Euro an Privatspenden zusammen. Rund die Hälfte der Kosten für die Solarthermie-Anlage übernahm RWE.

„Wir sind überzeugt, dass das Geld bei diesem tollen Projekt, das mit großem ehrenamtlichen Engagement verbunden ist, an die richtige Stelle fließt“, sagte Walfried Heinen, zuständiger Kommunalbetreuer des Unternehmens. Die Arbeit des Fördervereins scheint sich laut Wolfgang Menningen auszuzahlen: „Diese Saison konnten wir 14.000 Besucher begrüßen, in den letzten Jahren waren es nie mehr als 10.000. Und die Saison ist ja noch nicht vorbei, bis zum 13. September ist das Bad noch geöffnet.“ Bis Sonntag kann die Bilanz also noch ausgebaut werden.

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