Wissersheim - Solar-Multiboard: Europaweit einzigartige Idee

Solar-Multiboard: Europaweit einzigartige Idee

Von: Jörg Abels
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Hubertus Wienand zeigt, wie einfach die Boards auf den Solaranlagen montiert werden können. Eine Kunststoffummantelung verhindert Kratzer.
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Sven Heidbüchel hat für die von ihm entwickelten Solar-Multiboards einen europaweiten Gebrauchsmusterschutz.

Wissersheim. Die Solarbranche boomt seit Jahren. Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich für den Bau einer Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des eigenen Hauses. In vielen Gemeinden gibt es Solarkataster, die aufzeigen, wie gut ein Haus für die Nutzung von Solarenergie geeignet ist. Was aber, wenn die sensiblen Anlagen gewartet oder gereinigt werden müssen?

Eine Frage, die sich auch Sven Heidbüchel stellte, nachdem er vor gut zweieinhalb Jahren das Dach seines Handwerksbetriebs in Nörvenich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet hatte.

Nicht nur, dass die Absturzgefahr bei Arbeiten auf den Modulen sehr hoch ist, „bei punktuellen Belastungen kann es auch zu Beschädigungen innerhalb der Zellen kommen, die optisch an der Oberfläche kaum zu erkennen sind“, erklärt der gelernte Fliesenleger. Mit Decken und Schaltafeln aufs Dach zu steigen, kam für Heidbüchel nicht infrage. Alternativ Module entfernen, um zur beschädigten oder verunreinigten Fläche zu gelangen, will er auch nicht: „Die Gefahr, die diffizilen Steckverbindungen zu beschädigen, ist einfach zu groß.“

So kam er auf eine Idee, die simpler nicht hätte sein können, „aber äußerst effektiv ist“, wie Heidbüchel betont. Er entwickelte ein sogenanntes Multiboard, das mit Laschen problemlos genau in den acht Millimetern verankert werden kann, die zwischen den einzelnen Solarmodulen auf dem Dach freibleiben.

Den ersten Prototyp fertigte Sven Heidbüchel noch mit seinem Schwager Hubertus Wienand in dessen Bubenheimer Tischlerei aus Holz, ehe er aus Gewichtsgründen auf das leichtere Aluminium mit einer Kunststoffummantelung zum Schutz der Glasoberflächen umschwenkte.

Umfangreiche Belastungstests beim TÜV Rheinland in Köln folgten. „Die Tests zeigten, dass mit dem Board keine Schäden an den Modulen entstehen.“

So simpel die Idee sein mag: Heidbüchel machte sich schlau und stellte fest, dass vor ihm noch niemand in diese Richtung gedacht hatte. Er ließ seine Erfindung patentieren und hat mittlerweile einen europaweiten Gebrauchsmusterschutz. Das heißt: Das Board darf von niemandem in Europa kopiert oder vertrieben werden.

Ein gutes halbes Jahr ist der Wissersheimer mit seiner Erfindung nun auf dem Markt. Vier Größen lässt er von den Firmen DTG und Polyfoam in Huchem-Stammeln produzieren. „Damit können wir rund 90 Prozent aller gängigen Module abdecken“, erklärt der Familienvater.

Die Neuentwicklung ist in der Branche nicht lange unentdeckt geblieben. Die ersten Wartungs- und Reinigungsfirmen haben die rutschfesten Boards schon geordert. „Auch für Dachdecker und Schornsteinfeger sind sie interessant“, ist der Entwickler überzeugt.

Das größte Board mit einer Länge von 172 Zentimetern wiegt gerade einmal 8,2 Kilogramm, nur halb so viel wie ein Solarmodul, erklärt Heidbüchel. Die Breite beträgt 410 Millimeter, damit der Arbeiter anders als bei den bereits auf dem Markt erhältlichen Leiterkonstruktionen auch eine ausreichend sichere Standfläche habe.

Bis nach Griechenland hat sich die Kunde von der Erfindung aus Wissersheim bereits herumgesprochen, wie Heidbüchel anhand der Auswertung der Klicks auf seiner Internetseite festgestellt hat. Mitte Juni präsentiert er seine Entwicklung auf der Intersolar in München, der weltweit größten Fachmesse der Solarwirtschaft. Er hofft, eine Marktlücke gefunden zu haben.

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