Niederau - Skunk KG: Höhepunkte auf dem Klimagipfel

Skunk KG: Höhepunkte auf dem Klimagipfel

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
4862770.jpg
„Ich wollte doch immer nur das Beste von allem“: Den Imperator „Gallus Maximus“ quartieren die gastfreundlichen Skunks im Verlies ein.
4862653.jpg
Die Skunks verlegten den Klimagipfel nach Niederau. Und als entwaffnend hemdsärmlige Gastgeberin sorgte eine nicht ganz echte Paula Schütz für die Akklimatisierung der Politiker in der Provinz. Foto: Johnen

Niederau. Es ist große Kunst, einer blonden Fernsehreporterin Popcorn ins Dekolleté zu werfen, während sich diese in einer Anmoderation übt. Zumindest solange dieser Vorgang im Leopold-Hoesch-Museum stattfindet. Denn dort ist aus Sicht der Dürener Skunk KG so ziemlich alles große Kunst. Ehrlich? Ganz ehrlich!

Nun, eher gar nicht ehrlich: „Wenn ich die Klos putze, halten Sie das doch danach für eine Suppenschüssel aus Meißner Porzellan“, ließ Skunk-Raumkosmetikerin „Trudchen“ (Verena Schloemer) keinen Zweifel daran, wie gerne sie die Direktorin des Musentempels gerne einmal auf einen Museumsdialog einladen würde. Es steht zu befürchten, dass dieser Traum platzt.

Die Stinktiere aus dem Komm-Zentrum gehen nicht gerade zimperlich mit Zeitgenossen aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben der Kreisstadt um, die sie bei ihrer „kabarettistischen Karnevalsrevue“ mit Vorliebe durch den Kakao ziehen. Am Donnerstagabend feierte die mittlerweile zwölfte Revue der Truppe Premiere im Rittersaal von Schloss Burgau, neun weitere Vorstellungen folgen.

Die Skunks präsentierten sich mal augenzwinkernd, mal gallig, mal unverhohlen bissig, mal gehörig geschmacklos – gewürzt mit einer Portion Nonsense und skurriler Banalität. So, wie die Zuschauer sie in all den Jahren kennen- und schätzen gelernt haben.

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Weil sich die Skunks an Derivaten, Griechenland-Anleihen und anderen spekulativen Finanzprodukten die Pfoten verbrannt hatten, steckten sie ihre restliche Altersvorsorge in Höhe von 500000 Euro in Gold und ließen die Barren in ein glänzendes Stinktier gießen. Das sah solange toll aus, bis es verschwand. Die Suche nach dem „Goldenen Skunk“ und die Suche nach einem sicheren Ort für den Schatz ziehen sich durch die gesamte Revue. Und was den Skunks dabei passiert, ist ein abendfüllendes Programm. Nicht alles aus dem realen Leben, auf das sich die weniger oder noch weniger versteckten Anspielungen bezogen, ist zwar lustig, aber es durfte herzhaft gelacht werden.

Das Weltbild der Skunks ist gefestigt: Während Dürens Bürgermeister das sinkende Schiff auf Kurs hält, droht dem Kreisdürener Imperator „Gallus Maximus“ aus Sicht der Stinktiere die Löwengrube. Ob Organspenden, Kriminalkommissare, die dümmer sind als die Polizei erlaubt, oder Schnorrer, die auf Bier aus Sektgläsern trinken, um angesichts der wachsenden Konkurrenz „Alleinstellungsmerkmale“ zu finden: Die Skunks erklären die Welt, wie es den Mächtigen nicht gefällt.

Und auch die Mächtigen hatten eine Gastrolle: Die Skunks verlegten einen Klimagipfel nach Niederau. Eine nicht ganz echte Paula Schütz sorgte als entwaffnend hemdsärmlige Gastgeberin dafür, dass Herr Putin aufhörte, Demonstranten zu erschießen, die wahlweise „Nie wieder Fukushima“ oder „Nie wieder Vokuhila“ skandierten. Die Ergebnisse waren überraschend, aber eher zweitrangig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert